[1] Im Bürgerkrieg werden die Gemäßigten von beiden Parteien gehaßt, wie schon Thukydides sagte [⇨ 4591.1.1, bes. CR 17, 1075-1078]. G. soll deshalb das ungerechte Urteil des schmähsüchtigen [Nikolaus von Amsdorf] ertragen.
[2] M. hat [Amsdorfs] Anfeindungen [1562; 1802.1; 1805; 1815.1; 1838.4; 2009.3; 3646.2; 3652.1; 3653.2; 3667.2; 3668; 3705; 3796.1], als er absurde Lehrmeinungen [⇨ 1914.1] berichtigte, nicht beachtet und hingenommen.
[3] Von den Wittenberger Freunden erfuhr M., daß der Druck von [Amsdorfs] Brief [Waldeck (wie 4671.4): ARG 8 (1910/11), 91f Nr. 19 mit S.116] in Erfurt erfolgte; sie bedauern solche schädlichen Publikationen [⇨ 4766].
[4] M. teilte seinen Rat dem Fürsten Joachim von Anhalt [in Dessau] mit. G. soll die Sache mit Schweigen übergehen, denn eine Beschwerde bei Kf. [Johann Friedrich von Sachsen] würde dem [Amsdorf] zur Kenntnis gebracht werden und neuen Streit verursachen. Nach dem Anmarsch des Kaisers hat man zudem schwerere Sorgen. Fürst Wolfgang [von Anhalt-Köthen] kann ersucht werden, dem Kf. gelegentlich von der Schmähschrift zu berichten und ihn der guten Gesinnung [G.s] zu versichern.
[5] G.s Brief [an Amsdorf?] kann publiziert werden, doch besser nicht, denn es ist töricht, wenn die Leiter von Kirchen mit derselben Lehre [G. als evangelischer Bf. von Merseburg, Amsdorf als Bf. von Naumburg] in dieser schweren Zeit miteinander streiten. Von jenem Stoiker erwartet M. keine Mäßigung, aber von G.
[6] Zitate über das Nicht-Antworten: Euripides [aus Stobaios] und [Prov 26, 4].