[1] Da Mbg. diesen Brief voraussichtlich zu Beginn des Jahres 1547 [d.i. am 25.12.1546] erhalten wird, wünscht M. ihm, seiner Frau [Anna geb. Reinecke] und Kindern ein glückliches Jahr, betet für Kirche und Staat
[2] und ermahnt Mbg., seiner sorgenvollen Traurigkeit nicht nachzugeben, da die Fleischwerdung Christi die Liebe Gottes bezeugt, womit sich auch M. tröstet, dem die Streitsucht des [kursächsischen] Hofes seit langem mißfiel.
[3] Sobald das Wetter milder wird, will M. zu Mbg. kommen. Er dankt für 50 Taler, wovon er dem Mathematiker [Erasmus Reinhold] 10 gab und den Präzeptor [Erasmus Benedikt] des Sohnes [Christoph Mbg.] nach Bedarf nehmen ließ; da M. beengt wohnt, haben sie noch keinen gemeinsamen Tisch. Wein hat M. noch für zwei Monate.
[4] Viele rieten M., zu Lgf. [Philipp von Hessen] nach Leipzig zu reisen [⇨ 4492.2; ⇨ 4498.2; ⇨ 4514.2]. Doch um auf keiner Seite Argwohn zu erregen, hat M. nur geschrieben [4501]. Da M. Kf. [Johann Friedrich], [Hz. Moritz] und ihre Räte kennt, bezweifelt er, daß der Lgf. überhaupt etwas erreichen kann, und betet.
[5] Die ungarischen Reiter verüben Grausamkeiten und blockieren die Versorgung Wittenbergs.