[0] Warum F. schreibt.
[1] F. nennt Beweise für seine lauteren Absichten im adiaphoristischen Streit.
[1.1] Seine persönlichen Ermahnungen.
[1.2] F. setzt sich Gefahren aus.
[1.3] Seine Friedensbemühungen durch Werner [Steinhausen, ⇨ 7931.3; ⇨ 8052], durch Briefe an M. [5340; 5382; 5556; 5655] und die Universität [Wittenberg: H*91f].
[1.4] Er war maßvoller als andere, veröffentlichte nicht M.s Briefe an [Christoph] von Carlowitz [5139] und an [Niccol] Tiepolo [vielmehr Lorenzo Campeggio: 952, dazu 1006] sowie viele Klagen Luthers [über M. in Briefen; vgl. aber H*87-*90].
[1.5] Er schlug nach der Belagerung [Magdeburgs] einen Ruf des Hz. [Albrecht] von Preußen aus und lenkte statt dessen Osiander und Schwenckfeld von M. auf sich.
[1.6] Seit die Adiaphora keine Gefahr mehr sind, schrieb er nicht gegen M. persönlich.
[1.7] Er ließ sich durch die Bezeichnung als Esel [CR 10, 631 Nr. 294] nicht beirren.
[2] Zur Sache erinnert F.
[2.1.1] an M.s Ablehnung des Adiaphorismus in Gesprächen mit ihm 1548/49.
[2.1.2] Als auf dem Regensburger Reichstag 1541 M. von Lgf. [Philipp von Hessen] und [Kf. Joachim II.] von Brandenburg aufgefordert wurde, sich an Bucers Bestrebungen zu beteiligen, träumte er von einer Hyäne und gestaltete diesen Traum so eindrucksvoll wie Dürer [CR 10, 576 Nr. 187].
[2.1.3] Noch in der Promotionsrede für [Melchior] Isinder [⇨ 5556.2] lehnte M. den Adiaphorismus ab.
[2.2.1] Im Pegauer Gutachten [5268] aber verfälschte M. die Rechtfertigungslehre, worauf ihn F. sofort ansprach und was den Druck der Disputationsthesen für Isinder beeinflußte. Auch die päpstliche und bischöfliche Jurisdiktion ist offensichtlich gottlos.
[2.2.2] Das übrige tendiert dahin. F. erinnert hierzu an den Brief an Carlowitz [5139], an das Gutachten [5409], das auf der Hochzeit von [Joachim] Camerarius' Tochter [Anna Rudinger, ⇨ 5405.2] entstand, an den Brief an die Hamburger [5501a] u.a.
[2.3] M. untergrub allenthalben die Standhaftigkeit. Wäre der Leipzig Landtag [⇨ 5386ff] ihm gefolgt, wäre ganz Kursachsen papistisch geworden.
[3] F.s Ziel ist die Beseitigung der adiaphoristischen Irrlehre.
[3.1] Deren Gefährlichkeit.
[3.2] Vier Friedensvorschläge: ein Schiedsgericht, F.s Linde Vorschläge [Preger 2, 9-11], jetzt gedruckt in [Von der Einigkeit, H*133; MBW 7914.3], Artikel M.s oder ein Kolloquium.
[3.3] M. soll gemäß seinem Brief an Hubert [Languet: 7890] vor seinem Tod den adiaphoristischen Irrtum widerrufen.
[3.4] Georg Fabricius [an F., 24.8.1556: Baumgarten-Crusius (wie 8070), 142f; vgl. MBW 8026.1; 8070] und Fürst Wolfgang [von Anhalt] haben ihre Vermittlung angeboten. Andere drängen F. zu publizistischem Kampf.
[3.5] Mit Luther und noch vor drei Jahren hat M. die Heilsnotwendigkeit guter Werke verworfen. Jetzt bestärkt er [Georg] Maior [⇨ 7418] und [Justus] Menius, wie sein Brief an letzteren [7870] beweist.