Werner [Steinhausen] an M. [in Wittenberg].
- Barby, 9. Dezember 1556
[1] St. hält M.s Definition des Evangeliums, die auch die Predigt der Buße einbezieht, für richtig. Doch die [Magdeburger] behaupten, sie bestärke die Antinomisten und vertrage sich nicht mit M.s Unterscheidung von Gesetz und Evangelium. St. möchte einen Streit verhindern.
[2] Neue Kritik an Georg [Maior].
[3] Kritik an zwei christologischen Sätzen, wodurch die Mißachtung des geistlichen Amtes durch [Caspar von] Schwenckfeld gestützt werde: der Sohn Gottes ist das Wort Gottes, und der Vater erzeugt den Sohn durch Anschauung und Denken.
[4] Wenn St. den [Matthias Flacius] Illyricus richtig verstanden hat, sollte dies geklärt werden, was nur in Eintracht möglich ist. Zuvor soll M. öffentlich die Leipziger [Interims]verhandlungen [5386-5389] verurteilen. In Zukunft sollen mehrdeutige Worte bei der Schriftauslegung vermieden werden, um die Reinheit der Lehre zu erhalten. Ergebenheit und Segenswunsch gegen Türken und Papst und für den Frieden.
Fundort:
CR 8, 922-924 Nr. 6133A; vgl. H148, H A153a und H A153b.
‒ MBW.T 26.