[1] M. antwortet auf einen Brief C.s, der von der Begnadigung des [Justus] Jonas durch Kf. [Moritz von Sachsen] handelte und M. zur Unterstützung des [Interims] aufforderte.
[2] Dank für die Begnadigung des Jonas [⇨ 5083].
[3] M. wird sich der Entscheidung des Kf. fügen, wie er sich Luther fügte, auch wenn dieser lieber seiner Streitsucht frönte als dem Gemeinwohl diente.
[4] Sein bisheriges Verhalten ([Willensstreit], Kirchenvisitation) erweist M. als einen Mann des Ausgleichs, weshalb er angefeindet wurde ([Johannes Agricola], Kardinalshut).
[5] Doch stand er mit gutem Grund auf seiten der [Reformation].
[6] Auch in Zukunft will M. dem Frieden der [evangelischen] Gemeinden dienen, aber ihre Lehre muß unverändert erhalten bleiben und ihre Geistlichen dürfen nicht vertrieben werden.
[7] M. zweifelt nicht am guten Willen Kaiser Karls. Am Augsburger [Interim] sind die Kirchenverfassung (Domkapitel, nicht Fürstenhöfe) und die Zeremonien (die ihm eine liebe Kindheitserinnerung sind) annehmbar.
[8] Abzulehnen ist aber die Lehre vom Glauben, über die M. schon eine Stellungnahme [5117] schickte, und das Gebet zu den Heiligen. Über die anderen Artikel streitet M. jetzt nicht.
[9] Ohne Zustimmung der Pastoren wird neuer Streit entstehen.
[10] M. ist zu Zugeständnissen bereit, doch nur bis zu einer bestimmten Grenze: die Wahrheit steht ihm höher als sein Leben.
[11] M.s maßvolle Haltung [zum Interim] wird zwar [Kaiser Karl] und [Kg. Ferdinand] nicht genügen, C. möge sie jedoch gelten lassen, zumal M. den [Religions]streit nicht verursacht hat. Am [Schmalkaldischen] Krieg hat M. ebenfalls keinen Anteil. Die Niederlage [Kf. Johann Friedrichs und Lgf. Philipps] ist ihm nicht stoisches Schicksal, sondern Strafe für die Fehler [der Evangelischen]. Gebet.