[0] Selbstkritik und autobiographische Rechenschaft als Thema des Folgenden.
[1] M.s Jugend.
[1.1] Seine Schulbildung in Latein bei Johannes Unger und in Griechisch bei Georg Simler. M.s Universitätsstudium und autodidaktische Lektüre der Klassiker und des [Angelo] Poliziano u.a.
[1.2] Das Erlebnis der damals erschienenen Dialektik des Rudolf Agricola [vgl. auch 2169], eines Geschenks des verehrten Johannes Oekolampad.
[1.3] Erste Lehrtätigkeit und Publikation der eigenen Dialektik [CR 13, 507] und Rhetorik [⇨ 40].
[2] Das Ende der humanistischen Hoffnungen durch den Kirchenstreit und M.s Stellung zur Reformation (Dionysios und Aristides).
[3] M.s theologische Schriften.
[3.1] Loci [⇨ 132; 1555; 2799] und Römerbriefkommentar [⇨ 1276; 2336] als Zusammenfassung der [reformatorischen] Lehre in dialektischer Methode. Die Neuausgabe durch [Johannes] Herwagen wird begrüßt.
[3.2] Dennoch Offenheit für Kritik.
[3.3] Anderes hätte M. nicht aufgenommen, namentlich seine dürftigen Kommentare zur Genesis [CR 13, 760-792] und zum Johannesevangelium [⇨ 268.2] und die Sententiae zum Abendmahl [⇨ 863] mit teilweise unechten Zitaten aus Cyprian, Ambrosius, Theophylakt (Erinnerung an [Jakob] Lemp in Tübingen und seine Demonstration der Transsubstantiationslehre).
[4] M. ist nach wie vor dafür, daß die Lehreinheit der Kirche durch eine von Potentaten einzuberufende Konferenz von Gelehrten hergestellt werden sollte, doch ohne Betrug (Antiochus [⇨ 2865.14]) und Verfolgung (historische Beispiele).
[5] M.s philosophische Bücher.
[5.1] Gegen die aus Italien gemeldete Kritik an ihrem Niveau erläutert M. ihren pädagogischen Zweck.
[5.2] M.s Physik [De anima, ⇨ 2361] und Ethik [Epitome, ⇨ 1890] brachten auch wissenschaftliche Fortschritte. Die aristotelische Tugendlehre lernte M. erst aus Platon verstehen.
[5.3] Verständnisschwierigkeiten wie einst bei der mit Oekolampad betriebenen Hesiod-Lektüre, aus denen nur [Johannes] Stöffler helfen konnte, haben die heutigen Studenten nicht mehr.
[5.4] Die Notwendigkeit der sprachlichen Bildung für die Kirche.
[5.5] Trauer um Simon Grynaeus, der diese umfassende Bildung verkörperte.
[6] Gebet für die Studien und Ermahnung zur Tapferkeit angesichts der Türkengefahr. M.s Trost in der Endzeit ist die Erhaltung eines Restes der Kirche.