[1] [Georg] Sabinus ist für das Königsberger Rektorat ungeeignet, denn ihm fehlt sowohl die Liebe zur Lehre als auch die Integrationsfähigkeit. Doch M. gab seinem Wunsch und dem positiven Urteil des C. nach [⇨ 3459; 3468]. Nun wünscht er ihm gutes Gelingen. M.s Empfehlungsschreiben an Hz. [Albrecht von Preußen: 3583] ist angesichts der Kümmernisse [⇨ 3566 u.ö.] kühl ausgefallen; C. soll es unterschreiben und siegeln. Jeder Gedanke an Sabinus bringt M.s Blut in Wallung. Daß M. und die Seinen allein beschuldigt werden, während jener, der acht Jahre lang M., M.s Frau [Katharina] und Tochter [Anna] grausam gequält hat, schuldlos ausgeht, vergrößert M.s Schmerz. Diese Schwägerschaft ist das Traurigste in M.s Leben. Sein Trost und Gebet. Am besten hätte Sabinus die Ehe gelöst. M. wollte nicht aktiv werden, zumal C. entschieden dagegen war. C. ging es um das Ansehen, M. um die [psychischen] Hintergründe.
[2] Anbei ein Brief von Calvin [3531], der sich zu Recht über Luthers Brief an die Zürcher [Christoph Froschauer, ⇨ 3364.1] beklagt. M. hatte im März an Bullinger [3487] geschrieben und sich um Vermittlung bemüht.
[3] Wenn Piger dem Leipziger Rat das Geld nicht geschickt hat [⇨ 3578.3?], wird man gegen ihn prozessieren. C. soll den Sachverhalt feststellen.
[4] Die Studenten [Gf. Michael] von Wertheim und [Christoph Schenk] von Limpurg werden voraussichtlich im Hause des Dr. Benedikt [Pauli] bleiben; dann wird M. ihre Studien überwachen.
[5] C. soll den Brief an Preußen [3583] dem Boten geben und auch an M. und an Sabinus schreiben.
[6] Soeben kommt Post vom Leipziger Rat; darüber später.
[7] Wenn Sabinus die Magd [⇨ 3582.1; ⇨ 3586.2] haben will, soll sie entsandt werden, denn M.s Tochter [Anna Sabinus] kann den Haushalt nicht allein bewältigen, und eine meißnische ist M. lieber als eine aus der barbarischen Mark Brandenburg.