[1] M. dankt für drei Briefe seit seiner Abreise von [Bonn, ⇨ 3283f]. [Luthers] Brief [an Christoph Froschauer, 31.8.1543: WAB 10, 384-388 Nr. 3908 mit 13, 318] in Zürich ist von Marcus Crodelius, einem Bekannten des [Konrad] Pellikan, veranlaßt worden; [Luthers] übliche Grobheit soll man mit Schweigen übergehen. M. bemüht sich um ein wirklich gutes Verhältnis zu [den Oberdeutschen und Schweizern].
[2] Antwort auf die von B. aufgeworfene Frage des Verteidigungs[präventiv]kriegs.
[2.1] M.s Trost angesichts der Gefahren. Die jülichische Verteidigung [Einfall in Brabant, bei ⇨ 3072] war ein Etikettenschwindel.
[2.2] Die Erfahrungen aus der Gegenwart (zuletzt dem braunschweigischen Krieg [⇨ 2993 u.ö.]) und Geschichte lassen M. jeden Krieg ablehnen.
[2.3] Überdies hat er große Vorbehalte gegen [Kf. Johann Friedrich von Sachsen] und [Lgf. Philipp von Hessen].
[2.4] Die Gemeinden sind schutzlos. Dies ist auch Jakob [Sturms] Meinung zum [Widerstandsrecht]. Pflicht und Schicksal der Gelehrten; M. fürchtet ebenso einen Sieg [des Schmalkaldischen Bundes].
[2.5] M.s Einschätzung des Adels läßt ihn an die Zerstörung Griechenlands durch den Bürgerkrieg denken.
[2.6] M. möchte durch Mäßigung jeden Krieg vermeiden. Trotz Braunschweig[-Wolfenbüttel] träumt er noch nicht von Krieg.
[2.7] Das Argument von den Kirchengütern und
[2.8] der Einwand vom Präventivschlag werden abgelehnt.
[2.9] M. bleibt bei seiner Mäßigung; er fürchtet mit solchen Fürsten sogar den Sieg.
[2.10] B. soll diesen Brief vernichten.
[3] Von Eb. [Hermann] von Köln erhielt M. soeben einen Brief und ein Exemplar der [Kölner Reformation, ⇨ 3239.1] sowie [Johannes] Groppers Gegenberichtung .
[4] Rückzug der Türken und Heimkehr der böhmischen Truppen [⇨ 3354.2]. Gebet. [Reformation] in Siebenbürgen [⇨ 3309f].