[1] H. bedauert, durch seinen Brief M. Schmerzen zugefügt zu haben, und versichert seine Ergebenheit. Er leidet unter den Angriffen auf M.
[2] Bei allem Verständnis für [die Wittenberger] hält H. aber Nachgiebigkeit in Adiaphoris für unangebracht, wie die Schicksale von Augsburg und Straßburg lehren.
[3] Johannes Agricola stiftete Verwirrung mit der Behauptung, M. stimme mit ihm überein [⇨ 5495.1.4]. H. versteht M. und verteidigt ihn.
[4] Er weckte auch bei Gf. [Albrecht von Mansfeld] Verständnis. Dieser verwahrte sich dagegen, M. Bestechung von seiten des Julius [Pflug] vorgeworfen zu haben [⇨ 5481.2]. Er wird selbst antworten. Gf. Christoph [von Oldenburg] billigt M.s Verhalten.
[5] M.s Bereitschaft, Knechtschaft zu erdulden, wenn die Lehre erhalten bleibe, stößt vielfach auf theologische Kritik. Zudem gebiete der Kaiser, das ganze Interim zu halten.
[6] Deshalb hätten die Verhandlungen von Leipzig [⇨ 5387-5389] und mit [Kur]brandenburg [⇨ 5385] unterbleiben müssen. Der Kaiser wird keine Abweichung vom Interim dulden, wie er auch den Ostfriesen drohte.
[7] Festigkeit, Leidensbereitschaft und Gottvertrauen scheinen vielen erfolgversprechender.
[8] Geistliche aus [Kur]brandenburg berichten, daß dort alle Geistlichen vertrieben werden, die nicht Johannes Agricolas Formel [Declaratio, ⇨ 5435.1], die mit dem [Interim] übereinstimmt, annehmen. Zu ihrem Schmerz werden sie auch noch mit den Juden verglichen.
[9] H. steht zu M. Doch soll M. lieber die Universität [Wittenberg] verlassen, als ein Ärgernis geben. Fast alle tadeln die Nachgiebigkeit.
[10] H. bekundet Verständnis für die Zwangslage M.s und schildert die Stimmung im freien, aber bedrohten Bremen.
[11] H. ersehnt M.s Besuch, obwohl er ihm nicht gewachsen ist.
[12] Morgen kommt Johannes Laski, der beiliegenden Brief des [Eb. Thomas Cranmer] von Canterbury an M. [5444] mitbrachte. Bucer hat sich durch einen Lübecker Studenten [NN] angekündigt.
[13] Dank für Geschenke. H. will das [Buch] Calvins [gegen das Interim: CR 35 = Calv. 7, 545-674 mit XXXIX-XLIV] lesen und rühmt dessen Mut. H. hat seine Schwäche im Löwener Gefängnis erfahren.