M. an Caspar Cruciger [in Zwickau].
- [Altzella], 1. April [1548]
[1] C., [Georg Maior und Johannes Pfeffinger] werden wohl bald heimkehren können. In Augsburg wurde das [veränderte] Regensburger Buch erneut vorgelegt [⇨ 5105.1] und diesmal beifälliger aufgenommen. Nur Kf. [Moritz] von Sachsen stimmte bisher nicht zu, weshalb ihm der [Kaiser] zürnt.
[2] Die Mitarbeit des Julius [Pflug], den M. gern als Verfasser des Rechtfertigungsartikels gesehen hätte, ist nirgends erkennbar; auch wurde die Regensburger Formel [⇨ 2705.2.4] nicht beibehalten. Den Abendmahlsartikel führt M. auf [Martin Bucer] zurück; er ist besser als zuvor. Doch gibt es absurde Aussagen über Heiligendienst und Totenopfer.
[3] M. versteht nicht die Urheber dieses Planes [Kf. Joachim II. von Brandenburg und Kf. Friedrich II. von der Pfalz]; das [Interim] wird schwere Unruhen hervorrufen. M. wird keineswegs, wie der Kaiser meint, der einzige Widersacher sein.
[4] Erwägungen über das eigene Verhalten mündlich. Dieser Brief ist auch für [Maior und Pfeffinger].
Fundort:
CR 6, 838f Nr. 4188.
‒ MBW.T 18.
Datierung:
Jahr wie 5105. Den ‚parastátes‛ 2 deutet Pollet, Pflug-BW 3, 673, mit Fragezeichen auf Johannes Agricola. Es ist aber zweifellos Bucer gemeint, der als M.s Kollege beim Regensburger Religionsgespräch 1541 schon damals so bezeichnet wird (2733; 2748.3). M.s Freundschaft mit Agricola hingegen war längst zerbrochen (⇨ 4608.3; ⇨ 4635.4; ⇨ 4657.3; ⇨ 4717.3; ⇨ 4796; ⇨ 5139.4).