[1] Claus Bromm aus Frankfurt[Main], der vor vier Jahren den [Jakob] Milichius begleitet hatte, als M. nach Tübingen kam [⇨ 1785], überbringt diesen Brief, da er nach Augsburg reisen wird. M. wartet auf Post von C.
[2] Feigheit auf beiden Seiten hat es noch nicht zum Krieg kommen lassen, wodurch die jungen Gemeinden und Schulen eine gottgeschenkte Schonzeit haben. M. nimmt jetzt zum sechsten Mal an [Reichs- und Bundes]tagen teil. Über die veränderte Lage wird M., wenn er gesund bleibt, bald mündlich berichten.
[3] M. erwartet des C. Commentarii explicationum secundi libri Homericae Iliados [Straßburg, Krafft Müller, 1540] und seine konstruktive Kritik an De anima [⇨ 2361]. In M.s Römerbriefkommentar [⇨ 2336] ist durch die Schuld des Druckers [Krafft Müller] die Darstellung der Rechtfertigungslehre [vgl. CR 15, 493-546] fehlerhaft.
[4] Bugenhagen und M. drängen C., die versprochenen sprachlichen Erläuterungen zum Neuen Testament zu verfassen. Grüße von Jonas und Bugenhagen.
[5] Nachrichten über den [Schmalkaldischen Bundes]tag 1540:
[5.1] Nachdem [Johann von Weeze] mitgeteilt hatte, der Kaiser strebe einen Religionsvergleich an, wurden [die Wittenberger Theologen] zu einem Gutachten über die Kirchenverfassung aufgefordert [⇨ 2332]. Sie empfahlen die Anerkennung der Bischöfe, sofern diese die evangelische Lehre annehmen und die Mißstände beseitigen [2352.3]. Dies wurde von allen [in Schmalkalden] anwesenden Predigern gebilligt [2352.5; 2392].
[5.2] Danach kam eine dilatorische Antwort des Kaisers [⇨ 2400.4].
[5.3] Gegenwärtig werden die Gff. [Dietrich IV. von Manderscheid und Wilhelm von Neuenahr] erwartet; man hört, der Kaiser wolle die Religionsverhandlungen als seine persönliche Veranstaltung führen, was manche als Falle betrachten.
[5.4] M. wird den [württembergischen] Gesandten einen Bericht mitgeben [2415]. C. soll via Veit [Dietrich in Nürnberg] nach Wittenberg antworten.