[1] Segenswunsch zur Heimfahrt. Über die Ereignisse vor dem Religionsgespräch ist A. durch seine Gesandten [Gf. Ludwig von Everstein-Naugard, Heinrich d.J. von Einsiedel und Georg Cracow] informiert, aber auch M. berichtet: Die Gesandten aus Weimar [Basilius Monner, Erhard Schnepf, Victorin Strigel und Johannes Stössel] wollten nicht nur das Bekenntnis zur CA, zur Apologie [⇨ 1148] und zu den sogenannten Schmalkaldischen Artikeln [⇨ 1833], was selbstverständlich geschah [⇨ 8329.2], sondern auch Verurteilungen hinsichtlich der Themen Abendmahl, Osianders Lehre, Notwendigkeit der guten Werke, Adiaphora [⇨ 8328f].
[2] Dagegen wurde eingewendet [8362], daß zu Verurteilungen auch positive Lehraussagen formuliert werden müssen, wozu mehr Personen als die Anwesenden benötigt werden, was auch Schnepf zugab. Über Osianders Lehre gibt es M.s Schriften [6294]. Brenz will ihn nicht verurteilen, bevor die Vorwürfe in seinen Schriften nachgewiesen sind. Über die Werke hatte M. von A. den Auftrag, einen Lehrartikel zu verfassen [⇨ 8338.2], was er den Kollegen mitteilte und jetzt tun will [8425.5]. Auch über die Adiaphora ist er bereit, sich zu äußern, zumal Flacius Unwahrheiten verbreitet [⇨ 8373.3].
[3] M. hat ein Manuskript gesehen, das Basilius [Monner] den Württembergern zugeschickt hat [⇨ 8373.3]. Die Gesandten haben beschlossen, die Verurteilungen zu vertagen, was auch Kf. Ottheinrich [von der Pfalz] in einem Schreiben verlangt hat.
[4] Zu Beginn des Kolloquiums ließen sich die Weimarer eine Protestation wegen der Verurteilungen von den anderen [Evangelischen] zunächst ausreden.
[5] Als aber die Päpstlichen wissen wollten, ob die [Evangelischen] einig seien, waren die Weimarer nicht mit dem Hinweis auf die CA zufrieden und ließen sich nicht davon abbringen, ihre Verurteilungen beim Präsidenten [Julius Pflug] einzureichen [CR 9, 314-317 Nr. 6362; Förner S.67-72].
[6] Seither ist ungewiß, ob das Religionsgespräch abgebrochen wird. M. hält ohnehin den Austausch von Schriftstücken für fruchtlos. Segenswunsch für A., seine Gemahlin [Anna] und Kinder [Elisabeth, Alexander, Magnus und Joachim].