[1] G. schrieb am 16.10.1556 an M. und bat um eine Widerlegung der Schwenckfeldianer. M. antwortete ausweichend.
[2] G. erneuert die Bitte der schlesischen Gemeinden um eine Widerlegung Schwenckfelds. Neulich wurde [Caspar] Radecker [⇨ 8669.3] angegriffen.
[3] Den Akten der niedersächsischen Vermittlung [10] entnimmt G. M.s Geringschätzung der Anhänger von Schwenckfeld wie der von Servet, [Theobald] Thamer und Osiander. G. betont ihre Gefährlichkeit.
[4] Die Predigt muß auch die einfachen Leute erreichen, was der Dorfpfarrer G. als seine Aufgabe betrachtet.
[5] M.s herausragende Position
[6] macht ihn zum Ziel sowohl von Angriffen, u.a. Schwenckfelds, als auch von hohen Erwartungen.
[7] Vor seinem Tod soll er Schwenckfeld widerlegen.
[8] Die Widerlegung könnte im Unterricht der Dialektik durch Disputationen geübt werden, wie es an der Universität Wittenberg geschieht.
[9] G. bedauert die Angriffe der Flacianer auf den dem Tode nahen M. Doch er hält seinen Briefwechsel mit [Nikolaus] Gallus über den freien Willen [⇨ 8017; 8042; 8089], den er aus Regensburg erhalten hat, für spitzfindig und das Problem für erst am Jüngsten Tag lösbar.
[10] M.s Schriftwechsel mit den Vermittlern [Valentin] Korte, [Paul] von Eitzen, [Joachim] Mörlin, [Friedrich] Henninges vom 21., 22. und 27. Januar [8097; 8099; 8101; 8112-8114] und Hz. Johann Albrecht von Mecklenburg [8120; 8137] sowie die Artikel des Flacius [CR 9, 54] hat G. aus Wittenberg erhalten und abgeschrieben. Die Erschütterung über die dennoch andauernde Unversöhntheit ließ ihn das beiliegende Schriftstück verfassen, das er mit M.s Einverständnis auch an Flacius schicken will. M. möge es in Ruhe bedenken.
[11] G. mahnt Flacius und M. zu Buße und Versöhnlichkeit
[12] und warnt ihn unter Hinweis auf Luther vor den Papisten und dem Antichrist.
[13] Andererseits sollte Flacius M.s gute Absicht anerkennen.