Nikolaus Gallus an M. [in Wittenberg]. - Regensburg, 12. Januar 1557

[1] Das Weihnachtsgeschehen mahnt zu Frieden. M.s selbstgefälliger Brief [8042] bekümmerte G. Doch der Hinweis auf ein Schiedsgericht weckte Hoffnungen auf Frieden.

[2] Deshalb antwortet G. eingehend.

[3] M.s Schweigen schadete, denn gleichzeitig hetzte er gegen die [Flacianer].

[4] Im Kampf gegen die Feinde versagte M., insbesondere im [osiandrischen Streit].

[5] G.s und M.s Verhältnis zur wahren Kirche.

[6] G. bekämpfte Wiedertäufer, Sakramentarier, Schwenckfeldianer, Jesuiten, [Andreas] Osiander und [Georg] Maior. Er fragt nach des [Petrus] Canisius Lehre vom Mittler. Ihm und anderen tritt er in Regensburg entgegen. Königliche Räte [Gf. Georg von Helffenstein, Hans Ulrich Zasius, Wilhelm Truchseß von Waldburg] werfen ihm deshalb Abfall von der CA vor. Die [Wittenberger] haben keinen Grund, dasselbe zu behaupten, zumal sie nichts gegen Maior unternahmen.

[7] Die angebliche Schmähsucht der [Flacianer] entspringt seelsorgerlicher Verantwortung.

[8] G. hat M. bezüglich der Adiaphora gewarnt, namentlich in einem Brief [5549], den er nach Maiors privatem Angriff durch [Justus] Jonas, der damals bei M. zu Besuch war [Kawerau, Jonas-BW 2, 283], übergeben ließ. G. erinnert auch an eine Äußerung M.s nach der Besprechung von Pegau [⇨ 5264-5270], als er zu der Verhandlung in Jüterbog ging [⇨ 5383.2; ⇨ 5385; ⇨ 7955.3].

[9] Über M.s Brief an [Matthias] Flacius 7945] und dessen Antwort [7955].

[10] M. hat in der [Interimszeit] nicht nur die Lehre von der Buße, sondern viele andere Glaubensartikel verfälscht.

[11] M. besitzt systematische Fähigkeiten, ist aber voreingenommen und hat Papstallüren.

[12] Über den freien Willen.

[13] Weil die Zwinglianer M. für ihre Abendmahlslehre in Anspruch nehmen, mußte G. M.s [Sententiae veterum] nachdrucken [⇨ 8017.6].

[14] Die Realpräsenz ist nicht scholastisch, sondern schriftgemäß.

[15] [Hieronymus] Besold vermittelte nicht. G.s Friedensvorschläge.

[16] Warum G. auf die Seite der [Flacianer] trat. Friedensappell.

[17] Beilage: Die Confessio und Apologia gegen den Vorwurf, er sei von der CA abgewichen, die G. am 17.1.1557 von der Kanzel verlesen will.

Fundort:
CR 8, 930-935 Nr. 6137. Das Autograph Wolfenbüttel HAB, ehemals Landeshut, Ms. I, f.356r-361v, bietet folgende Lesarten: CR 8, 931 Z.1 uti: ut; Z.13: ipso te etiam iubente; Z.42 caeterisque: aliisque; 932 Z.12 alterius: alacrius; Z.15 ab: in; Z.29 se: sese; Z.40/41 aliquem: aliquando; Z.43: vos, ac diu iam temperaverim quoque in caeteris, spe pacis; 934 Z.10 quia: quin; Z.14 de eo: de te; Z.17 has: eas; Z.24 venerare: vereare; Z.26: authoritate; Z.26 quia: quin; 935 Z.17 mit Anm.5: summulis; Z.33: restitue. Ratisponae pridie idus Ianuarii Anno 1557. Nic. Gallus. Adscribo confessionem et apologiam meam, ut videas fructum accusationum vestrarum, nostrorumque certaminum, quibus regnum et potentiam heic quaerimus. Es folgt f.359v-361r diese dt. Confessio. f.361v steht die Adresse: Clariss. viro D. Philippo Melanchthoni bene merenti de ecclesia et repub[lica], domino observando. ‒ MBW.T 26.
Datierung:
Datum im Autograph.

Normdaten
Personen:

Besold, Hieronymus: GNDHagrid

Canisius, Petrus: GNDHagrid

Flacius Illyricus, Matthias: GNDHagrid

Gallus, Nikolaus: GNDHagrid

Jonas, Justus: GNDHagrid

Maior, Georg: GNDHagrid

Melanchthon: GNDHagrid

Osiander, Andreas: GNDHagrid

Truchseß von Waldburg, Wilhelm: GNDHagrid

Zasius, Hans Ulrich: GNDHagrid

Orte:

Pegau: GeonamesHagrid

Regensburg: GeonamesHagrid

Wittenberg: GeonamesHagrid