[1] M. wird von beiden Seiten kritisiert. Er zeigte Entgegenkommen bezüglich der Bischöfe und mancher Zeremonien, bezüglich der Konzile und der Aufzählung der Sünden in der Beichte ist dies nicht möglich.
[2] Die Denunziation, er sei von Luther, den anwesenden [evangelischen] Predigern und dem französischen Gesandten [Antoine Morelet du Musseau] abhängig, erfordert eine Widerlegung.
[3] M. hat von Luther, der selbst das Konkordienwerk fördern würde, überhaupt keine Instruktion, sondern nur eine allgemeine von [Kf. Johann Friedrich] von Sachsen. Mit den anderen Predigern steht er in Austausch, votiert aber in eigener Verantwortung.
[4] Unnachgiebig ist M. nur in notwendigen Stücken, bisher die Unfehlbarkeit der Konzile [2685.3] und die Aufzählung der Sünden [2698].
[5] M.s jahrelanges Bemühen um Beilegung der Streitigkeiten und um wahre Lehre.
[6] M.s Unterhaltung mit dem französischen Gesandten [Morelet, dabei auch Johannes Sleidan] war durch französische Studenten [⇨ 2672.2] ausgelöst.
[7] M. deutet diese Verleumdungen als Versuch zu seiner Entfernung und bittet um Entlassung.
[8] Trotz bester Absichten des Kaisers kam M. mit schweren Bedenken (Sirmium [⇨ 2685.3]),
[9] die sich erfüllten. Er kann dem [Regensburger] Buch [⇨ 2705.2.2] nicht zustimmen (Heiligenanrufung und Privatmessen) und bittet daher um Entlassung.