M. an Andreas Musculus in Frankfurt/Oder. - [Brandenburg], 12. April 1553

[1] M. versichert Mu. seiner Wertschätzung und erklärt sein langes Schweigen mit den Zeitumständen. Mu.s brieflicher Vorwurf, M. habe ihn öffentlich kritisiert, ist also nicht richtig, wie die beiliegenden Schriften beweisen, deren eine von [Franciscus] Stancarus mißbilligt wurde. M. billigte öffentlich Mu.s christologische Thesen vom Mai 1552.

[2] In seiner Antwort an Kf. [Joachim II.] von Brandenburg riet er, die alte Redeweise des Konzils von Ephesus und des Hebräerbriefs beizubehalten [in 6580 nur sinngemäß].

[3] Aber den Satz des Berliner Buchs [vgl. Kawerau, Agricola, 308], Christus sei nach beiden Naturen gestorben, mißbilligt er. Nach der communicatio idiomatum heißt es richtig: Gott ist gestorben. Doch hält M. nicht Mu. für den Verfasser, sondern [Johannes Agricola], der weder präzise noch traditionell formulieren kann.

[4] M. stellt seine Antwort an den Kf. [6854] in Aussicht und fordert Mu. zur Wahrung der Eintracht auf angesichts von Irrlehrern wie [Theobald] Thamer und von Lehrstreitigkeiten in Frankreich.

Fundort:
CR 8, 67f Nr. 5367. ‒ MBW.T 23.
Datierung:
Absenderort ⇨ bei 6789.

Normdaten
Personen:

Agricola, Johannes: http://d-nb.info/gnd/118501070

Joachim II. von Brandenburg: http://d-nb.info/gnd/118557556

Melanchthon: http://d-nb.info/gnd/118580485

Musculus, Andreas: http://d-nb.info/gnd/118785478

Stancarus, Franciscus: http://d-nb.info/gnd/119836998

Thamer, Theobald: http://d-nb.info/gnd/118621599