[1] M., der noch vor zwei Monaten den [Konrad] Cordatus ermuntert hatte, Mu. und den Pfarrer [Johannes Ludecke] auf Wunsch des Kf. [Joachim II.] von Brandenburg zu promovieren [4138], erfährt nun zu seinem Kummer aus Mu.s Brief von deren Zerwürfnis. Da Mu. in seinen Thesen alle [evangelischen] Prediger wegen mangelnden Fastens angreift und M.s Erklärung der Taufe des Johannes [⇨ 3192] kritisiert, würde M. lieber schweigen und antwortet nur auf ausdrücklichen Wunsch des Mu.
[2] M. hält für wahr, was er geschrieben hat, und bleibt dabei, daß zur Buße auch die Vergebung gehört [CR 12, 540 These 10, ⇨ 4138.3], stellte sich aber immer dem Urteil der Kirche, und er meint, daß Differenzen in Einzelfragen die Freundschaft der in der Hauptlehre Einigen nicht trüben darf. Mit philosophischer Mäßigung [aristotelischer Mitte] pflegt er Freundschaft nach vielen Seiten und möchte die Eintracht nicht stören.
[3] Die Frage des Fastens sollte kein Anlaß zu Streit sein, der nur den Lebuser [Bf. Georg von Blumenthal] freut.
[4] Sinnvolles Fasten und Mäßigung. Augustin wird von Mu. zu Unrecht in Anspruch genommen.
[5] Mu. soll Eintracht wahren und nicht den Gegnern Vorschub leisten. Luther und M. haben des Mu. Thesen über die zwei Naturen in Christus gelobt. M. schickt ein Zeichen seines Wohlwollens.