[1.1] Natur und menschlicher Geist weisen auf den Schöpfer.
[1.2] Dieser hat sich zusätzlich in seinem Wort geoffenbart.
[2.1] Leider wurde dieses durch den Teufel verdrängt; Gottlose bezeichneten es als dunkel, mehrdeutig, rätselhaft (Platon) und verlangten sichere Lehrer.
[2.2] M. kannte einige, die statt der Bibel in der Kirche wortwörtlich Aristoteles' Ethik mit einigen traditionellen Zeremonien lehrten.
[2.3] Dafür macht man auch die Lehrstreitigkeiten in der Kirche (Paulus, Pharisäer; [Paul] von Samosata, Arius) geltend.
[3.1] Doch diese entstehen nicht immer durch die Dunkelheit der Schrift, sondern oft aus der Bosheit der Menschen, wie die Juden beweisen, die sich nicht einmal durch die Wunder Jesu überzeugen ließen.
[3.2] Daß alle Aussagen verdreht werden können, ist kein Beweis dafür, daß es keine Sicherheit gibt. Vielmehr sind Kenntnis des Sprachgebrauchs, Bildung, Aufrichtigkeit, Gottesfurcht, Wahrheitsliebe, Freiheit von Ehrgeiz und anderen Leidenschaften mitzubringen.
[3.3] Schließlich war es Gottes Absicht, den Menschen unzweideutige Gesetze und Verheißungen zu geben,
[3.4] und er ist fähig, sich klar auszudrücken.
[3.5] Beispiele und Schriftzeugnisse für die Klarheit der Lehre.
[4] Dagegen werden eingewendet die Kürze vieler Aussagen, die Streitigkeiten, die Existenz von kirchlichen Lehrentscheidungen.
[5.1] Doch das geistliche Amt schafft keine neue Lehre; es ist zur Belehrung der Ungelehrten und Jungen da. Die Kirche ist gleichsam die Grammatik des Wortes Gottes.
[5.2] Lehrentscheidungen sind wegen der Streitigkeiten nötig und zur Stärkung der Schwachen. Sie schaffen keine neue Lehre, sondern widerlegen mit Zeugnissen des göttlichen Wortes die Verderbnisse wie die Kirche von Antiochia gegen Paul von Samosata im Logosstreit.
[5.3] Sie unterliegen der Prüfung durch ganz frühe Zeugnisse wie Gregorios Thaumaturgos und Irenaeus.
[6] M. ruft zur Schriftlektüre und zur Übung auf.
[7] Am meisten hilft dabei die Kenntnis des sprachlichen Ausdrucks. Deshalb handelt dieses Buch von Wortbedeutungen. Bedauerlicherweise ging in der Kirche durch die barbarischen Mönche die Bedeutung von Grundbegriffen wie Glaube, Opfer, Gnade, Rechtfertigung verloren. Glaube als bloße Kenntnisnahme und daraus folgend Glaube als Vorbereitung zur Gerechtigkeit [⇨ 5117; 5214 u. ö.] ist aus dem hebräischen Sprachgebrauch leicht zu widerlegen. Weitere Beispiele im Buch selbst. Lernende sollen nach sprachlichem Urteil streben.
[8] Widmung an C.