[1] Kf. [Friedrich II.] von der Pfalz, Kf. [Moritz] von Sachsen und Kf. [Joachim II.] von Brandenburg betreiben gemeinsam die Einführung des Augsburger [Interims]. Letzterer hat noch nichts befohlen, weil er die Entscheidung in Sachsen abwarten will, äußert sich aber privat recht unfreundlich und verbessert den Meßkanon [⇨ 5377], worüber er dem Kf. von Sachsen etwas zuschickte [bei ⇨ 5363], das M. nicht kennt.
[2] Obwohl in Altzella [⇨ 5350ff] die Adiaphora befriedigend behandelt wurden [5359], befürchtet M. die Unterjochung der [evangelischen] Gemeinden unter den Papst und die Bischöfe. M. zeigte in Altzella den Räten die Beschlüsse der Kölner Synode; die der Mainzer kennt er noch nicht. Für gewisse Politiker ist die Verteidigung der reinen Lehre zweitrangig, deren Wahrheit doch bis auf Unklarheiten über die Messe [⇨ 5327.2] offenkundig ist.
[3] [Andreas] Osiander geht gern nach Preußen [⇨ 5366]. Nicht wegen der jüngsten Veränderungen [⇨ 5274.2] gab er sein Predigtamt [in Nürnberg] auf, sondern weil er Streitigkeiten über die Messe bevorstehen sieht.
[4] Der Sohn [Christoph] Meienburg ist wohlauf und studiert Philosophie, Rhetorik und Theologie. M. dankt für einen Mörser und für Wein, den er vielleicht nicht trinken kann, weil neues Exil droht. Er betet für Mbg.s Frau [Anna] und Kinder. Gruß an Matthäus [Ratzeberger].