[1] M. kennt Mbg.s Sorgen um Kirche und Frieden. Er betet um die rechte Entscheidung.
[2] M. rät, noch nichts [dem Interim gemäß] zu verändern, da [Kf. Joachim II.] von Brandenburg, Kf. Moritz von Sachsen und Eb. [Johann Albrecht] von Magdeburg es bisher so hielten. Der Kaiser würde sich, wenn er eingreift, mit kleinen Veränderungen doch nicht zufriedengeben, sondern nach Beseitigung der Gelehrten alle Mißbräuche wieder einführen.
[3] Die Gestalt der Kirche in Nordhausen ist ohnehin sehr konservativ. Bezüglich einer Fastenordnung sollte man die Entscheidung der Nachbarn abwarten. Eine Konferenz in Altzella [⇨ 5350ff] steht bevor; M. wird darüber berichten [5378]. Veränderungen der Lehre und der Messe wird er nicht billigen.
[4] M. schickt die jüngsten Disputationsthesen und Reden [⇨ 5347.2 und die medizinische Promotion des Guarus Wigandi vom 13.11.1548: CR 11, 826-832 Nr. 104; vgl. Müller, Chronologie 134 Nr. 7]; sie beweisen, daß dieselbe Lehre wie vor dem Krieg vertreten wird.
[5] Vorladungen des Eb. [Sebastian] von Mainz sollen die Pfarrer von Nordhausen zurückweisen, wie es im Nürnberger Landgebiet auf Weisung des Rats geschah. Die Tyrannei der Bischöfe wird nicht lange währen.
[6] M. befürchtet die Verdunkelung der Lehre infolge Mangels an gebildeten Pfarrern. Schon jetzt wird zuviel über Äußerlichkeiten gestritten.
[7] Den Boten hielt M. zurück, weil er wegen zweier Doktorpromotionen [Melchior Isinder und Guarus Wigandi] nicht sofort antworten konnte. Segenswünsche für die Familie.