[1] [Antwort auf einen Brief A.s an M.]:
[1.1] Da Hoffnung auf Eröffnung der Universität geweckt wurde [⇨ 4814.3] und die Kollegen ihn dringend darum baten, kehrte M. zurück, auch aus Verantwortung gegenüber der Kirchengemeinde [Wittenberg]. Dem Geschenk Gottes, daß die Stadt unzerstört blieb, könnte als zweites die Wiedereröffnung der Universität folgen.
[1.2] Von den Kritikern seiner Rückkehr erbittet M. Verständnis für seinen Kummer. Vielleicht waren seine Sehnsucht nach den Freunden und sein Optimismus zu groß, aber aus Gewinnstreben kam er nicht, sondern lebt auf eigene Kosten wie ein Fremdling, in gemeinsamer Trauer und Gebet, und kein Tag vergeht ohne Tränen.
[1.3] Wenn die Eröffnung zustande kommt, wird sie den umliegenden Gemeinden nützen. Wenn neues Exil nötig wird, so wurde die [endgültige] Zerstreuung der Universität wenigstens aufgehalten. M.s falsche Hoffnung als Verleugnung der Lehre auszugeben, ist Unrecht. M.s Reise schadete nicht. Er gibt ein nützliches Schulbuch heraus, seine neubearbeitete Dialektik [⇨ 4875].
[2] Antwort auf A.s Brief an Bugenhagen: Gegen Verleumdungen versichert M., daß das Evangelium in Wittenberg verkündet wird, wöchentlich Ordinationen stattfinden, der gefangene [Kf. Johann Friedrich von Sachsen] verehrt und für ihn öffentlich und privat gebetet wird, die Lehre niemals verändert werden wird, niemand über den [ernestinischen] Hof abfällig redet. Er bittet A., solchen Verleumdungen nicht zu glauben und Mitleid mit der leidgeprüften Gemeinde Wittenberg zu haben. M. weiß noch nicht, wo er einmal sterben wird. Grüße von [Bugenhagen], Cruciger und [Georg Rörer].
[3] Der Überbringer Sebastian [Dietrich], M.s Kollege, kann mehr berichten.