[1] C.s Wohlwollen gegen M. wird durch die Zeitläufte nicht verändert; M.s Position war auch früher nicht so, daß man deswegen seine Freundschaft suchen mußte. M. liebt C. um seiner Tugend willen und freut sich auf das Zusammensein in der Ewigkeit, von der er nicht mehr weit ist. Vom Schicksal vor verwirrte Streitfragen gestellt, bemühte sich M. um die Wahrheit und das der Jugend Nützliche.
[2] Ob der Ulmer Tag [⇨ 4796] Kirche und Reich Ruhe verschaffen kann, wird sich zeigen. M.s Gottvertrauen.
[3] Wegen [Jakob] Milichius schrieb M. an Hieronymus [Baumgartner: 4794.4]; auch C. soll sich für ihn einsetzen. Grüße an Cornelius Sittard.
[4] Außer dem letzten Brief erhielt M. von C. nur vor drei Monaten einen bei [Daniel] Stibar geschriebenen. Er würde gern C. seinen Brief an [Johannes] Obernburger [4750] schicken, doch hofft er C. im Herbst zu sprechen. Dank für Trost. Grüße an Frau [Anna] und Kinder.
[5] Johannes Agricola hat [am 1. Mai] in der Predigt zum Dankgebet für die Gefangennahme des Hz. [Johann Friedrich] von Sachsen aufgerufen und zum Gebet um seine Bekehrung von der lutherischen Häresie. Inzwischen erging ein Ruf des [Hz.] Moritz [von Sachsen, ⇨ 4770; ⇨ 4803]. Daß M. zum Mitläufer jenes Lästerers wird, dürfte sogar C. zu viel sein. Bitte um Post. Segenswunsch.
[6] M. vollendete im Exil die dem [Johannes] Camerarius versprochene [Dialektik, ⇨ 4875]. Die Gemahlin [Dorothea] des Hz. [Albrecht] von Preußen ist kurz nach dem Tod von M.s Tochter [Anna Sabinus] gestorben [⇨ 4731].