M. an Michael Meienburg in Nordhausen. - [Zerbst], 7. April [1547]

[1] Die Wirren der Endzeit sind geweissagt.

[2] Die Ankunft des Adlers [Kaiser Karl] ist zwar erschreckend, doch tröstet sich M. mit seinem guten Gewissen im Bemühen um die Wahrheit. Gott wird die Kirche erhalten, auch wenn einige das Kreuz tragen müssen, und M. will lieber bei den [Wittenbergern] umkommen als sich denen anschließen, die wie der Nordhäuser Bürger [NN] gesinnt sind, dessen Brief M. beilegt.

[3] Wenn die Wege sicher sind, will M. nach Ostern [10. April] mit [Christoph] Mbg. nach Nordhausen kommen. Bei Gefahr aber kann er ihn in die Mark Brandenburg oder ins Hzt. Liegnitz schicken. M. wird nicht in die Mark gehen, obwohl ihn neulich Kf. [Joachim II.] von Brandenburg freundlich an die Universität Frankfurt[Oder] eingeladen hat.

[4] Gebet. Christus am Ölberg.

[5] Wegen der Kirchenleitung von Nordhausen schrieb M. an Andreas [Poach] in Halle. Sorgen wegen [N. von] Pack.

Fundort:
CR 6, 444 Nr. 3789. ‒ MBW.T 16.
Datierung:
Datum: Die durch den Anmarsch des Kaisers entstandene Gefahr wie in 4692.2 und 4699.4. Damit ist sicher, daß M. wie in 4682 nicht die historische Datierung meint, die auf den 24. März führen würde, sondern den Gründonnerstag des Jahres 1547.

Normdaten
Personen:

Joachim II. von Brandenburg: GNDHagrid

Karl V., Kaiser: GNDHagrid

Meienburg, Michael: GNDHagrid

Melanchthon: GNDHagrid

Poach, Andreas: GNDHagrid

Orte:

Nordhausen: GeonamesHagrid

Zerbst: GeonamesHagrid