Martin Luther, Johannes Bugenhagen, Caspar Cruciger, Georg Maior und M. [an Kf. Johann Friedrich von Sachsen und Lgf. Philipp von Hessen]. Dt. - [Wittenberg, ca. 12. März 1545]
[Antwort auf die Stellungnahme des Lgf. Philipp von Hessen zur Wittenbergischen Reformation, ⇨ 3816.2].
[1.1] Die blutige Verfolgung nicht nur von Wiedertäufern und die Ungarnpolitik Kg. Ferdinands lassen trotz Türkengefahr keine Einigung erwarten.
[1.2] Die Wittenbergische Reformation [3793] zeigt größtmögliches Entgegenkommen durch Anerkennung der bischöflichen Autorität bei rechter Lehre, Gewährleistung ihres Besitzstandes, Verzicht auf die Strenge der altkirchlichen Kanones.
[1.3] Die Frage der ungetauft verstorbenen Kinder ist als Ausnahmefall wie vieles andere übergangen worden.
[2] Durch das trotz Bedenken gemachte Zugeständnis der Ordination durch die Bischöfe werden die Patronatsrechte nicht beeinträchtigt. Prüfungen der Ordinanden sind einzuführen.
[3] Die bischöflichen Ehegerichte werden von der weltlichen Obrigkeit beaufsichtigt. Die Formulierung des Lgf. Gottes Wort und Evangelium ist mißverständlich.
[4] Keine Hoffnung auf guten Willen der Bischöfe.
Fundort:
CR 5, 686-691 Nr. 3146; vgl. WAB 11, 42 Nr. 4078.
‒ MBW.T 14.
Datierung:
Datum: Nach Empfang von 3837, vermutlich unverzüglich begonnen, jedenfalls vor 17. März vollendet (⇨ 3849.9). Am 15. April beim Lgf. in Kassel eingetroffen: CR 5, 731f Nr. 3175.