M. an Joachim Camerarius in Tübingen.
- [Worms], 25. Dezember 1540
[1] Segenswünsche für das neue Jahr. Das Vorzeichen, von dem C. schrieb, bedeutet hoffentlich das Ende der albernen Verhandlungen [in Worms].
[2] Die Ablehnung der Eck'schen Formel durch die [kur]pfälzischen, [kur]märkischen und jülichischen Gesandten [⇨ 2582.3] empfand [Nikolaus Granvella] als persönlichen Affront. Er verlangte von den Pfälzern [Friedrich von Fleckenstein und Heinrich Haß], ihre [Theologen] zu deren Annahme zu zwingen, was diese ablehnten. Sogar an [Kf. Ludwig von der Pfalz] soll man deswegen herangetreten sein.
[3] Um den streitbaren [Alexander] Alesius auszuschalten, sollte mit [den Theologen der altgläubigen Partei] einzeln verhandelt werden [⇨ 2594.2]. Dagegen verfaßte M. trotz Bedenken im eigenen Lager die Eingabe an [Granvella] und die Präsidenten [2593]. Nachdem der kurpfälzische Theologe [Heinrich Stoll] im Beisein der Pariser Gelehrten [Robert Vauchop und NN (oder Jean Corrouble und Pedro de Malvenda?) durch Johannes Eck und Ambrosius Pelargus] verhört worden war [ARC 3, 250f], untersagte [Granvella] daraufhin die Streitgespräche mit den [kur]märkischen und jülichischen [Theologen]. Anbei eine Abschrift dieser Eingabe.
[4] M. erwartet das Ergebnis der heutigen Beratungen. Der Bote geht vor Mittag ab. Gerücht über neue geheime Pläne [des Kaisers].
Fundort:
CR 3, 1247f Nr. 2103; Cod.II, f.116f; MSA 8, Nr. 373.
‒ MBW.T 9.
Personen:
Alesius, Alexander: GNDHagrid
Camerarius, Joachim: GNDHagrid
Eck, Johannes: GNDHagrid
Granvella, Nikolaus: GNDHagrid
Haß, Heinrich: GNDHagrid
Karl V., Kaiser: GNDHagrid
Ludwig von der Pfalz: GNDHagrid
Malvenda, Pedro de: GNDHagrid
Melanchthon: GNDHagrid
Pelargus, Ambrosius: GNDHagrid
Stoll, Heinrich: GNDHagrid
Vauchop, Robert: GNDHagrid