Die kursächsischen Räte und Theologen in Worms [darunter M.] an Kf. Johann Friedrich von Sachsen. Dt. - Worms, 24. Dezember 1540

[1] Das Religionsgespräch hat noch nicht begonnen,

[2] weil die Gegner sich zuvor untereinander einigen wollen, denn die [Evangelischen] verlangten Einzelabstimmung.

[3] Die Gesandten der Kff. [Ludwig] von der Pfalz, [Joachim II.] von Brandenburg und des [Hz. Wilhelm von Kleve-]Jülich äußerten sich der [CA] gemäß. Die anderen verteidigen ihre alte Sophisterei.

[4] Man versuchte, die Gesandten der genannten Fürsten umzustimmen, bat auch durch eine Gesandtschaft den Pfälzer um Entsendung anderer Theologen und dringt auf einhellige Stimmabgabe.

[5] [Nikolaus Granvella] und die Präsidenten wollen einen kleinen Ausschuß. Die [Evangelischen] werden auf dem Hagenauer Abschied und dem kaiserlichen Ausschreiben bestehen.

[6] Beabsichtigt ist, den [Evangelischen] die Schuld zuzuschieben. Deren Gegenanstrengungen.

[7] Das Verhalten der [Kur]mainzer erweckt den Verdacht, man wolle nur Scheinverhandlungen.

[8] Man führte lange Verhandlungen über Notare, Eid und Substitute.

[9] Beilagen über die Ereignisse seit dem letzten Schreiben.

[10] Granvella forderte ein Predigtverbot für [Leonhard Brunner] auf die Dauer des Gesprächs. Darauf verbot der Wormser Rat auch den Papisten die Predigt. Die [Evangelischen] erreichten die Aufhebung des Verbots für [Brunner]. Hinweis auf Edikte in Glaubenssachen und die Inquisition in den Niederlanden sowie auf die Kammergerichtsprozesse.

[11] Am 20. Dezember wurde die Acht gegen Goslar am Rathaus angeschlagen. Lizentiat [Christoph] Helfmann, den Hans von Dolzig und [Franz Burchard] kommen ließen, berichtete über die Prozesse beim [Reichs]kammergericht, namentlich um die Burggrafschaft [in Magdeburg]. Sein Bericht anbei.

[12] Bf. [Wilhelm] von Straßburg bittet durch seinen Gesandten [NN] um Antwort auf sein Schreiben an den Kf. und Lgf. [Philipp von Hessen] über seinen Streit mit der Stadt Straßburg um das Kloster St.Stephan.

[13] Einen Brief des Kf. und des Hz. Heinrich von Sachsen an Kaiser [Karl V.] haben die Absender durch den Einspännigen Hans Thoss an den Vertreter der [evangelischen] Stände am Hof, Dr. Heinrich Kopp, geschickt.

[14] Zwei Briefe des Kf. und Lgf. gemeinsam sowie einer des Kf. allein an den Kaiser trafen vorgestern mit der lgfl. Post ein. Da der Kaiser nach Namur zieht und die Kanzlei samt [Johannes] Obernburger schon unterwegs ist, übergab man die Briefe Granvella.

Fundort:
Ausfertigung von Schreiberhand: Weimar HSA Reg. H, pag. 329 Nr. 133 Bd.2, f.89r-93v; Konzept ohne Beteiligung M.s: ebd. f.94r-99v. ‒ MBW.T 9.

Normdaten
Personen:

Brunner, Leonhard: GNDHagrid

Burchard, Franz: GNDHagrid

Dolzig, Hans von: GNDHagrid

Granvella, Nikolaus: GNDHagrid

Heinrich von Sachsen: GNDHagrid

Honstein, Wilhelm von, Bf. von Straßburg: GNDHagrid

Joachim II. von Brandenburg: GNDHagrid

Johann Friedrich d. Ä. von Sachsen: GNDHagrid

Karl V., Kaiser: GNDHagrid

Ludwig von der Pfalz: GNDHagrid

Melanchthon: GNDHagrid

Obernburger, Johannes: GNDHagrid

Philipp von Hessen: GNDHagrid

Wilhelm von Kleve-Jülich: GNDHagrid

Orte:

Straßburg: GeonamesHagrid

Worms: GeonamesHagrid