M. an Andreas Camicianus in Leipzig. - [Wittenberg], 5. Januar [1540]

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[1] M. erinnert an die schöne Zeit des Beginns ihrer Freundschaft [⇨ 379.1]. Doch unterbrach er das Gespräch mit C., um ihn nicht zu gefährden. Nun freute er sich sehr über dessen Brief.

[2] Die Einwände von klugen Männern gegen die Reformation und ihre Folgen

[3] werden von M. und auch von Luther ernstgenommen. Doch gilt Gottes Gebot mehr als die Furcht vor einem Krieg. Überdies will der Kaiser jetzt friedlich die Kircheneinheit herstellen.

[4] Der Vorwurf der Zuchtlosigkeit kann zurückgegeben werden, die Förderung des Schulwesens schafft Abhilfe, was aber aus Bildungsfeindlichkeit verhindert wird, und selbst bei blühendem [Humanismus] fehlte es noch an der Kirchenlehre.

[5] Julius [Pflug] ist zu tadeln, weil er sich der notwendigen Reformation widersetzt und — wie M. von Lgf. [Philipp von Hessen] weiß — sogar den Heiligenkult verteidigt. M. las sein [Meißnisches] Buch [⇨ 2225; 2238].

[6] M. freut sich über C.s reformationsfreundliche Gesinnung. Auf C.s in Sachen der Leipziger Universität vorgetragene Frage wird M. später ausführlich antworten [2542]; jetzt ist er mit Beratungen beschäftigt [⇨ 2346], worüber er an Cruciger schrieb. M. bittet C., sich für Johannes Agricola bei Gf. Albrecht [von Mansfeld] einzusetzen [⇨ 2803.1].

Fundort:
CR 3, 914-918 Nr. 1911; MSA 8, Nr. 350. ‒ MBW.T 9.
Datierung:
Jahr: Bald nach Einführung der Reformation im Hzt. Sachsen (⇨ 2192ff), wobei 1541 nicht in Betracht kommt, da M. und C. gemeinsam in Worms waren (⇨ 2532.1 u. ö.).

Normdaten
Personen:

Agricola, Johannes: GND Hagrid

Camicianus, Andreas: GND Hagrid

Cruciger, Caspar: GND Hagrid

Karl V., Kaiser: GND Hagrid

Luther, Martin: GND Hagrid

Mansfeld, Albrecht von: GND Hagrid

Melanchthon: GND Hagrid

Pflug, Julius: GND Hagrid

Philipp von Hessen: GND Hagrid

Orte:

Leipzig: Geonames Hagrid

Wittenberg: Geonames Hagrid