[1] Empfehlung des [Überbringers Johannes] Sciurus.
[2] Anbei ein neuer, höflicherer Brief [des Vaters N. Maier] aus Lichtenfels; M. hat in seiner Antwort gebeten, dem Sohn [Josef Maier] zu helfen [⇨ 2052 u.ö.].
[3] [Die Reformation im] Hzt. Sachsen macht so viel Arbeit, daß M. nur kurz schreiben kann; Cruciger ist in Leipzig; dort fand vor drei Tagen eine heftige Disputation mit den Dominikanern [⇨ 2231.4] statt. Bf. [Johann VIII.] von Meißen und Julius [Pflug] übergaben Hz. Heinrich [von Sachsen] eine Schrift [⇨ 2225], wonach sie ihre Stifte [Meißen und Wurzen] selbst reformieren wollen. Die [Wittenberger Theologen] billigen sie nicht [⇨ 2238].
[4] Gegen C.s Vorwurf der Nachgiebigkeit bei den Verhandlungen [in Frankfurt/Main, ⇨ 2190] betont M., daß [Lgf. Philipp von Hessen] schon vor seiner Krankheit [⇨ 2180.2; ⇨ 2184.1] wie auch M. einen Krieg vermeiden wollten, wozu allerdings auch die Mißernte in Hessen beitrug. Die übrigen vertraten ihre anfängliche schroffe Position verständnislos wie Studenten in den Disputationen. Die Habgier auf Kirchengüter verzeiht M. [nur] den Städten, die zum Unterhalt ihrer Kirchen darauf angewiesen sind. Daß der Krieg vermieden wurde, ist Gott zu danken.
[5] M. ist der Meinung, daß Julius [Pflug] die Widmung von C.s Cicero[-Ausgabe, Basel, Johannes Herwagen, 1540] nicht verdient [⇨ 2263.3], da er seine bisherige Mittelposition verläßt und anscheinend den Kardinalshut anstrebt. M. will an ihn und andere schreiben und sie auffordern, um der Einheit der [sächsischen] Heimat willen [sich nicht der Reformation zu widersetzen].
[6] M.s Schrift De anima [⇨ 1985.6] ist im Druck. Das Gedicht [des C.?] über die [Sonnen]finsternis las M. gern.