[1] Dank für drei Briefe, die M. bisher nicht beantwortete, weil kein Bote sich meldete, und auf Vorrat schreibt er nicht.
[2] Neulich war M. privatim einen Tag in Torgau als Begleiter Luthers, der [Heinrich] Schneidewein dem Kf. [Johann Friedrich von Sachsen] vorstellte. Dieser war über den unangemeldeten Besuch erfreut, man sprach bei Tische über den Kometen [⇨ 1989.3], über Geschichte und Theologie, worüber [Hans] von Taubenheim sich beeindruckt äußerte. Dann führte der Kf. Luther zur Wöchnerin [Hzn. Sibylle] und zeigte ihm die Neubauten, und Luther bestieg den Turm [des Schlosses Hartenstein].
[3] Nach der Rückkehr erfuhr M., daß der vor J.s Abreise entstandene Streit um den Verkauf des [Juristenkollegs] sich verschärft hat; ihm ist die Eintracht der Universität wichtiger als der Besitz dieser Neubauruine. Heute wird der Senat darüber verhandeln.
[4] In Leipzig wird eine päpstliche Bulle über das Konzil von [Vicenza] gedruckt [CT 4, 136f Nr. 92]. Noch kein Friede zwischen Kaiser und [Kg. Franz I.] von Frankreich.
[5] Über die Verhandlungen in [Zerbst] im Streit zwischen [Kf. Johann Friedrich von Sachsen und Eb. Albrecht von Mainz sowie Hz. Georg von Sachsen und Hz. Heinrich von Sachsen, ⇨ 2007]. M. ist skeptisch bezüglich des geplanten [Schmalkaldischen Bundestags in Braunschweig, ⇨ 2019f]. Der Kaiser hat gegen die Vermittlung Einspruch erhoben.
[6] Das [gemeinsam mit Jakob Milichius] verfaßte Buch [De anima] wird noch nicht gedruckt, denn der Streit um den Verkauf [des Kollegienhauses, 3] hat M.s Studien gelähmt. Er entwarf aber eine Vorrede [⇨ Januar 1540].
[7] Um die Angelegenheit einer Frau [NN], wovon J. geschrieben hatte, wird sich M. kümmern, sobald [Hans Metzsch] aus Torgau von den Festlichkeiten zu Ehren des Lgf. [Philipp von Hessen] zurück ist.
[8] Keine Post aus Nürnberg.