[1-7] Über die [Packschen Händel, ⇨ 671ff]:
[1] In Kenntnis der auch von C. geteilten Sorge, daß ein Zurückweichen die von den Gegnern drohende Gefahr vergrößere, rieten [Luther und M.] entschieden vom Losschlagen ab.
[2] Die in [Nürnberg] lautgewordene Kritik führt M. auf den Wunsch zurück, ohne eigene Anstrengung die Bff. [Weigand von Bamberg und Konrad III. von Würzburg] besiegt zu sehen.
[3] [Luther und M.] wurden zu spät eingeweiht, um schon die Rüstungen verhindern zu können, und [Lgf. Philipp von Hessen] war von der Echtheit der Urkunde [des Breslauer Bündnisses] überzeugt. Doch setzten sie Friedensverhandlungen durch, wobei [Kf. Richard] von Trier und [Kf. Ludwig von der Pfalz] vermittelten.
[4] Die Greuel eines Bürgerkriegs verpflichten auch bei gerechter Sache zur Besonnenheit, und daß nicht vor dem Mandat des Kaisers [⇨ 673.1] verhandelt wurde, setzte ins Unrecht. M. steht nach wie vor zu seiner Entscheidung für den Frieden, zu dessen Erlangung die erfolgten Rüstungen eingesetzt werden mußten.
[5] [Kf. Johann und Hz. Johann Friedrich von Sachsen] waren ebenfalls gegen Krieg. [Lgf. Philipp] ließ sich von seinen Geldforderungen nicht abbringen. Was an dem [Breslauer] Bündnis dran ist, wird sich zeigen. Otto [von Pack] muß sich demnächst verantworten.
[6] M. hofft, damit C.s Vorbehalte ausgeräumt zu haben, und stellt die Zukunft, die auch ihm Sorgen bereitet, Gott anheim.
[7] [Wenzeslaus Linck] hätte Luthers Brief [vom 14.6.1528: WAB 4, 481-484 Nr. 1285] nicht von der Kanzel verlesen dürfen.
[8] C. soll für M. die Verbindung zu [Gregor] Haloander herstellen
[9] und Julius [Pflug] grüßen, den M. nach seiner Heimkehr aufsuchen will [⇨ 714], um mit ihm über Italien zu reden; [Ulrich] Schilling, sein Mitschüler bei Lazarus [Bonamicus], ist in [Wittenberg].
[10] M. begrüßt C.s [geplante] Schrift gegen den [Ciceronianus, ⇨ 693.2] und urteilt abfällig über des [Erasmus] postume Rache an [Christoph] Longolius.
[11] M. hat schlecht geschlafen. Hans Schott wurde verurteilt, dem Torgauer Bürger [Jakob Hufner] seine Frau [Anna Auerbach] zurückzugeben. Grüße an C.s Frau [Anna] und [Tochter Anna], an Eobanus [Hessus] und Michael [Roting]. Gruß von Luther.