M. an Johannes Brenz [in Stuttgart].
- [Wittenberg], 17. März [1553]
[1] M. glaubt an die Lauterkeit von B.s Vermittlung im [osiandrischen] Streit [⇨ 6753.2], hält sie aber für aussichtslos. Deshalb beschränkte er sich [in 6294] darauf, den schwersten Vorwurf [Osianders], die Wiedergeburt werde vernachlässigt, zurückzuweisen, und ließ die [trinitarischen und christologischen] Probleme auf sich beruhen. Dessen wütende Antwort [⇨ 6399.4] erträgt M. mit gutem Gewissen. Zur Sache äußert er sich in den deutschen Loci, die er Hz. [Christoph] von Württemberg schickt [⇨ 6765].
[2] Die übersandte Confessio und Declaratio [⇨ 6757.1; ⇨ 6765.1] ist rechtgläubig, was M. von B. immer gedacht hat. Sie wird vielleicht die [Osiandristen] dämpfen, die sich auf B.s Vermittlung [⇨ 6753.2] berufen. In Preußen werden Ausweisungsedikte gegen die Gegner Osianders erlassen [⇨ 6760.1]. Hz. Johann Friedrich [d.Ä.] von Sachsen schickte Vermittler, darunter [Justus] Menius, zu Hz. [Albrecht] von Preußen. M. betet für die Einheit und bittet B. um Beurteilung der deutschen Loci.
[3] Anbei die Scripta publice proposita [Schottenloher Nr. 43909] für Leonhard Fuchs.
Fundort:
E.Bizer: Blätter für württembergische Kirchengeschichte 57/8 (1957/58), 264 Nr. 6 [H3707].
‒ MBW.T 23.
Datierung:
Jahr wie 6765.