M. an [Justus Menius in Gotha]. - [Nordhausen, Mitte Juni 1547]

[1] Trost und Ermunterung. Der Wechsel der Herrschaft offenbart die Bedeutungslosigkeit einiger Fürsten [Kf. Johann Friedrich von Sachsen], die der Kirche kein Schutz waren.

[2] Men.s Frage nach der Kirche in [Wittenberg] kann M. nach jüngsten Briefen von [Bugenhagen], Cruciger u.a. beantworten: Lehre und Bräuche wurden nicht verändert, M. wird zurückgerufen, man hofft, die Universität wieder errichten zu können [⇨ 4773], worüber auch mit dem gefangenen [Kf. Johann Friedrich von Sachsen] beraten wurde. M. will hin, zuvor aber mit Men. sprechen.

[3] M. bittet Men. dringend, wegen der ihm von der Besatzung des Kaisers drohenden Gefahr Gotha zu verlassen und nach Eisenach oder Weimar zu gehen und sein Horoskop zu beachten, was auch der gefangene [Johann Friedrich] hätte tun sollen. M. betet für ihn, der sein Unglück mit Würde trägt und sogar den Spaniern Eindruck macht.

[4] Men. soll trotz der Zeitumstände die Hochzeit seiner Tochter [Elisabeth mit Sebastian Boetius] nicht verschieben. Segenswunsch.

Fundort:
CR 6, 568f Nr. 3909. ‒ MBW.T 16.
Datierung:
Datum aus 2: Am 11. Juni 1547 hatte M. noch keine Nachricht aus Wittenberg (⇨ 4775.2), wohl aber am 13. (⇨ 4778.2). Die geplante Reise nach Wittenberg über Thüringen, wo M. auch Men. treffen wollte, trat er erst am 7. Juli an (⇨ 4798.4; ⇨ 4799.2). Da aber M. von ‚recentes literas‛ spricht, ist 4780 bald nach Eingang der am 11. erwarteten Post geschrieben. Adressat aus 3 zu erschließen.

Normdaten
Personen:

Boetius, Sebastian: GNDHagrid

Bugenhagen, Johannes: GNDHagrid

Cruciger, Caspar: GNDHagrid

Johann Friedrich d. Ä. von Sachsen: GNDHagrid

Karl V., Kaiser: GNDHagrid

Melanchthon: GNDHagrid

Menius, Elisabeth: GNDHagrid

Menius, Justus: GNDHagrid

Orte:

Gotha: GeonamesHagrid

Nordhausen: GeonamesHagrid