M. an Joachim Camerarius [in Leipzig].
- [Wittenberg], 3. Dezember [1544]
[1] M. dankt Gott für des C. glückliche Heimkehr [⇨ 3711.2]. Betrachtung über die menschliche Schwachheit und Gottes Schutz. M. verfaßt gerade ein Schriftstück für den künftigen [Reichs]tag [Wittenbergische Reformation: 3793]
[2] und wird außerdem durch die Neuordnung des Stipendiatenwesens durch [Kf. Johann Friedrich], der die Städte heranzieht und der Universität die Aufsicht zuweist [UUW 1, 237-242, bes. Nr. 248 und Nr. 255 Anm.1], festgehalten. Er kann deshalb nicht zu C. reisen, um dort in Ruhe die Vorrede zur [griechischen] Grammatik [⇨ 3711.3] zu schreiben. C. soll seine Wünsche brieflich mitteilen oder selbst die Vorrede in seinem oder M.s Namen verfassen [CR 20, 9f; ⇨ 3768.2].
[3] Von [Georg] Sabinus kam ein erfreulicher Brief. Der Bote erzählte, daß M.s Tochter [Anna Sabinus] nach der Entbindung von der [Hzn. Dorothea von Preußen] eingeladen worden ist.
[4] M. erwartet Post aus Straßburg. Nach des C. Abreise [⇨ 3711.2] war ein Bote dorthin geschickt worden, um den Tod des Studenten [Theobald Fontanus] dem alten Vater mitzuteilen.
[5] Fürst [Johann] von Anhalt wurde nach Wittenberg gebracht; seine rechte Seite ist gelähmt.
Fundort:
CR 5, 899f Nr. 3325; Cod.I, 297f.
‒ MBW.T 13.
Datierung:
Jahr aus den Parallelen. Zu 4 vgl. die Einladung des Rektors Georg Maior zur Bestattung des Magisters Theobald Fonteius aus Straßburg am 28.10.1544: Scripta publica 1, 99a-b. Zu 5 vgl. C.Krause, Melanthoniana (1885), 22 Anm.2 zu Nr. 137, wonach Fürst Johann am 19.11.1544 einen Schlaganfall erlitt.