[1] C. hat die Bürde akademischer Ämter erfahren und ist froh, daß das Semester [seines Rektorats, ⇨ 3535.1] zu Ende ist,
[2] denn die Waffen der Humanität und Bildung schützen nicht in der von Reichtum und Macht verblendeten Gegenwart.
[3] Zudem fehlt es am Zusammenhalt der Gelehrten.
[4] Doch ist dies als Strafe Gottes zu nehmen, der den Teufel zuweilen Unheil anrichten läßt.
[5] Wer zur Kirche Gottes gehört, ist gewiß, daß Gott diese Schar erhält,
[6] zu der unabdingbar auch die Schulen und die Kultur gehören.
[7] Glaube und Hoffnung auf Christus geben Trost
[8] wie auch das Wissen um die Wichtigkeit und Gottwohlgefälligkeit des elementaren Grammatikunterrichts.
[9] M. dankt, daß C. sich um die Veröffentlichung seiner Schriften kümmert und dem Drucker [Valentin] Bapst zur Seite steht. Dem als Vorrede zu der Grammatik gedachten Brief des C. [an den Leser vom 19.9.1550: CR 20, 207] stimmt er zu. Für den Neudruck seiner [lateinischen Grammatik] läßt M. C. und Bapst, an den er auch geschrieben hat [3713], freie Hand.
[10] M. zweifelt, ob dieser sein Brief noch vor des C. Abreise ankommt, meint aber, C. werde auf [Matthäus von] Wallenrode warten. Er wünscht glückliche Heimkehr.
[11] Grüße an die Familie. Ermahnung an den jungen Gf. [Michael von Wertheim]. Gestern kam C.s Brief [3711] an.