M. an Franz Burchard [in Naumburg].
- [Wittenberg], 12. Oktober [1541]
[1] Dem Überbringer, dem alten, armen, blinden und von Mönchen trotz seiner Verdienste im Stich gelassene Priester Johannes Krause, geht es übler als Homer, über den M. einst an Eobanus [Hessus] schrieb [1782]. Krause war Mönch in Walkenried, lehrte dort als erster das Evangelium und bewahrte das Kloster vor den aufständischen Bauern in der Nachbarschaft [die Klosterkirche wurde zerstört].
[2] Gegenwärtig ist er Pfarrer in einem Dorf des Gf. Gebhard [von Mansfeld], dessen Einkünfte aber ein Ritter [NN] verzehrt. Der Abt [Johannes Holtegel] lehnte das Gesuch um eine jährliche Zahlung auf Betreiben des Michael [Meienburg, ⇨ 3008; ⇨ 3068; ⇨ 3093] ab. Jetzt wiederholt er durch einen Brief Martin [Luthers] an Hz. Moritz [von Sachsen] seinen Antrag an den Abt um jährlich etwa 50 Gulden.
[3] M. bittet B., die Angelegenheit bei Hz. Moritz, Kf. [Johann Friedrich von Sachsen] und Lgf. [Philipp von Hessen] zu fördern und mit letzterem persönlich zu sprechen. Die Fürsten haben die Pflicht, einen solchen Lazarus zu unterstützen. Angesichts der Türkengefahr muß Gottes Zorn besänftigt werden.
Fundort:
Eigenhändig: Kopenhagen KB, Bll. Brevsamling V 2o, Nr. 217.
‒ MBW.T 10 (erstmals publiziert).
Datierung:
Jahr wie 2827.