[1] B. erwartet ein rasches Ende des Reichstags. Die Türkenhilfe aus ganz Deutschland, vom Kaiser und von Kg. [Ferdinand] wird ein Heer von 100000 Mann ermöglichen.
[2] Frankreich ist ruhig, doch Kg. [Franz I.] wegen des Attentats auf seine Gesandten in Italien [Antoine Rincon und Cesare Fregoso] aufgebracht. Die religiöse Meinungsfreiheit in Frankreich war nie größer. Die Gesandten in Speyer [François Olivier, N. Seigneur de Villiers Lespon, Hermannus Cruseus (de Crois) und Antoine Morelet du Musseau (⇨ 2700)] sind gelehrt und evangelisch gesinnt, darunter [Olivier], der Kanzler der Kgn. [Margarete] von Navarra, der mutmaßliche Nachfolger des jetzigen reformationsfeindlichen französischen Kanzlers [Guillaume Poyet?].
[3] Papst [Paul III.] leistet keine Hilfe zur Türkenabwehr. Hz. [Karl] von Savoyen soll eine Nichte des Papstes heiraten.
[4] In Ungarn ist Landtag. Die Stimmung ist türkenfeindlich.
[5] Truppenansammlungen in Friesland, vermutlich im Auftrag des Kg. [Christian III.] von Dänemark gegen Holland. Hoffentlich verhindern die inneren Kämpfe nicht den Türkenkrieg, den [Kf. Joachim II. von Brandenburg] als Oberbefehlshaber führen wird.
[6] Anbei Briefe aus Frankreich und von anderswo. Einen Brief der Kgn. [Margarete] von Navarra an M. [über André Melanchthon?] wird M. durch [Kf. Johann Friedrich von Sachsen] erhalten.
[7] M.s Bruder [Georg Schwartzerdt] war noch nicht da. Den Johannes Hechel [⇨ 2967.2] würde B. gern anstellen.
[8] Der Reichstag wird bald enden. Die Fastenzeit wird kaum beachtet.
[9] Grüße an Luther, Bugenhagen, [Caspar] Cruciger, Augustin [Schurff], [Jakob] Milichius und alle.