M. an Martin Luther [in Wittenberg].
- Regensburg, 29. März [1541]
[1] Beim Umstürzen des Reisewagens zog sich M. eine Handverletzung zu; deshalb diktiert er diesen Brief.
[2] Vermutungen über die Verzögerung des Verhandlungsbeginns: Uneinigkeit der Gegner, namentlich der [Hzz. Wilhelm und Ludwig von] Bayern und des [Hz. Heinrich von Braunschweig-Wolfenbüttel] einerseits, des Kaisers andererseits, über die Priorität von Türkenkrieg oder Religionsfrage und über den Modus des Religionsgesprächs.
[3] Zuversicht hinsichtlich der Einigkeit der protestantischen Theologen. [Lgf. Philipp von Hessen] hat sich laut Versicherung seiner Prediger, namentlich des Johannes Pistorius, zur CA und zum [Schmalkaldischen] Bund bekannt; doch M. bleibt mißtrauisch und betet. Der Kaiser gibt sich freundlich. Gestern war der [Lgf.] nicht geheim, sondern auf öffentlichem Empfang bei ihm, wobei er den [Hz. Heinrich von Braunschweig-Wolfenbüttel] heftig anklagte.
[4] Caspar [Cruciger] predigte auf der Reise in mehreren oberpfälzischen und [neuburgischen] Städten. Pfgf. Philipp [der Streitbare] bewirtete [Fürst Wolfgang] von Anhalt mit der ganzen Gesandtschaft liebenswürdig in seiner Burg [Lengenfeld].
[5] Gute Wünsche für L., seine Frau und Kinder.
Fundort:
CR 4, 142f Nr. 2171; WAB 9, 347-350 Nr. 3588 mit 13, 293; MSA 8, Nr. 383.
‒ MBW.T 10.
Datierung:
Jahr aus Ort und 1.