[1] M.s Trauer um Sebald [Münsterer, ⇨ 2294.4; ⇨ 2296; vgl. bei 2291] wächst durch den Anblick [⇨ 2314.2] der Waisen [Sebald, Leonhard, Philipp und Anna] und durch die Trauer der [gemeinsamen] Schwiegermutter [N. Krapp]. Wegen Bestellung von Vormündern wurde an den [Nürnberger] Rat geschrieben; D. soll mit Hieronymus [Baumgartner] darüber sprechen.
[2] Das lächerliche Gerede des Hektor [NN] stützt sich wahrscheinlich auf Äußerungen Sebald [Münsterers], der anwesend war, als M. D.s Brief über die Prädestination [⇨ 2305] erhielt. M. mißbilligt [Osianders] Eigenwilligkeit, die sich wieder einmal in der Anthropologie und Sündenlehre seiner [Verantwortung des Nürnbergischen Katechismi, ⇨ 2294.3] zeigt, und hat zu seiner Belehrung Thesen [de concupiscentia: CR 12, 439-441] und einen Brief [2303] verfaßt, die ihm D. aushändigen soll, wenn es ihm richtig erscheint. M. möchte die Eintracht zu gemeinsamem Kampf gewahrt wissen und bezeugt die Wertschätzung aller [Wittenberger] für Osiander.
[3] [Kg. Heinrich VIII.] von England heiratet [Anna von Kleve-]Jülich. Franz [Burchard] kehrte zurück; dessen Brief [2295] soll D. Osiander geben. [Hz. Heinrich] von Braunschweig-[Wolfenbüttel] ist als Exekutor der Reichsacht über Minden bestellt worden [⇨ 2309.2]. M. befürchtet schlimme Folgen. Nürnberg soll die [Schmalkaldener] in dieser Sache nicht im Stiche lassen.
[4] Georg Maior übersetzte [M.s] De officio principum [⇨ 2270.2]; M. möchte auch D.s Übersetzung veröffentlicht sehen [MSA 1, 387f].
[5] M. erbittet Nachrichten über die Ankunft des Kaisers und dessen [angebliche] Hochzeit mit [Margarete], der Tochter des [Kg. Franz I.] von Frankreich. M. sieht einen Zusammenhang zwischen der Ächtung [Mindens] und der Verbindung zwischen dem Kaiser und Frankreich.
[6] D. kann die Post an Cruciger in Leipzig schicken. Nach den Todesfällen in Sebald [Münsterers] Familie starb niemand mehr an der Seuche. M. leidet unter Mühen, Kummer und an Schlaflosigkeit, weil er keinen alten Wein hat. Er hat sein Testament [2302] verfaßt.