[1] Dank für stetiges Wohlwollen. Segenswunsch für Ph. und seine Söhne [Wilhelm, Ludwig, Philipp und Georg].
[2] Die Erhaltung der Kirche in dieser Endzeit ist zwar gewiß, doch der Teufel und böse Heuchler bewirken Verfolgung. In Italien, Frankreich, Spanien und den Niederlanden werden Menschen, die sich weigern, das Brot anzubeten, getötet und verjagt, und [evangelische] Prediger sprechen dann von Märtyrern des Teufels. Wegen Abschaffung der Elevation wurden einem Pfarrer in Schlesien [NN] die Finger abgehackt [⇨ 9147.3], und zwar von einer Obrigkeit, die nicht papistisch sein will. Den Verlauf einer von Böswilligen beherrschten Synode mag Ph. sich selbst vorstellen. Ph.s Bote [NN] sah gestern, wie M. aus Breslau Akten über den Sakramentsstreit unter den Prädikanten [⇨ 9013-9015] erhielt, worin er auch von Intrigen alter Freunde gegen seine Person las. M. ist leidenswillig und nicht streitsüchtig, würde aber an einem anderen Ort das Nötige sagen.
[3] Kg. [Heinrich II.] von Frankreich soll schwer verwundet sein. Ein Schreiben der deutschen Fürsten wegen der Verfolgung wäre also vergeblich, zumal er schon vorher sagte, er übe Strenge nur gegen solche, die auch von den Lutheranern verurteilt werden.
[4] In Heidelberg herrscht Uneinigkeit unter den Professoren. Die Gesinnung der Räte ist Ph. bekannt. Als M. den aus Rostock berufenen Tilemann [Heshusen, ⇨ 8863] zur Friedfertigkeit mahnte, erhielt er eine hochmütige Antwort, obwohl er ihn viele Jahre an seinem Tisch hatte [⇨ 6305] und ihm große Dienste erwies.
[5] Ph. möge sich bei Kf. [Friedrich III.] von der Pfalz für die Freilassung des Victorin [Strigel] und des Jenaer Pfarrers Andreas [Hügel] einsetzen. Die Frauen von [Erhard] Schnepf und Victorin, [Margarete] Schnepf und [Blandina Strigel], baten M., deswegen an Ph. zu schreiben.
[6] Segenswunsch für Ph. und seine Söhne.