M. an Mgf. Johann von Brandenburg-Küstrin. Dt. - [Wittenberg], 2. Februar 1558

[1] J.s Abgesandter Peter [Richter] überbringt einen Bericht über das [Wormser] Religionsgespräch [8518]. Die Fürsten müssen davon unterrichtet sein, jedoch nicht das Volk. Der Abbruch hat weiteren Streit verhindert.

[2] M. sieht keine Möglichkeit für eine evangelische Synode [⇨ 8457; 8458.4; 8543 u.ö.]. Die Synode des [Joachim] Mörlin wird Unheil stiften.

[3] Bitte, für die Eintracht zu wirken. Segenswunsch.

[4] Dem päpstlichen Mißbrauch in Sakramentsprozessionen und Meßopfer und dem Streit in Ansbach [⇨ 8343f] und Hildesheim [⇨ 8264.3] setzt M. seine Regel entgegen: Außerhalb des einsetzungsgemäßen Vollzugs gibt es kein Sakrament. Dies konnte [Johannes] Eck 1541 in Regensburg nicht widerlegen [⇨ 8226.2]. Hieraus folgt die Abschaffung der Elevation. Vor drei Jahren beantwortete M. das Ansinnen des Eustachius von Schlieben, sie zu verteidigen, nicht [⇨ 7373]. Luther schaffte sie ab, weil sie das Meßopfer stützt.

[5] M. konnte das Buch des Augustinus Sicamber noch nicht lesen, denn er ist u.a. für die Pfalz beschäftigt, wohin er die Konsistorialordnung [Sehling 1, 200-209] und Entscheidungen schickt [⇨ 8521.2].

Fundort:
Ch.Meyer: ZKG 2 (1878), 311f [H2207].

Normdaten
Personen:

Eck, Johannes: GNDHagrid

Johann von Brandenburg-Küstrin: GNDHagrid

Luther, Martin: GNDHagrid

Melanchthon: GNDHagrid

Mörlin, Joachim: GNDHagrid

Richter, Peter: GNDHagrid

Schlieben, Eustachius von: GNDHagrid

Orte:

Ansbach: GeonamesHagrid

Wittenberg: GeonamesHagrid