Hubert Languet an M. in Wittenberg. - [Frankfurt/Main, 1. Februar 1557]
[1] L. bereut, an den [Brüsseler] Hof gegangen zu sein. Er verabscheut das Leben der Höflinge. Sein Gastgeber [der französische Gesandte Sebastian von Albaspina] wurde nach L.s Abreise verhaftet, und schon vorher standen sie wegen der Kriegsgefahr unter so strenger Bewachung, daß L. nicht schreiben konnte.
[2] L. kolportiert Gerüchte und Urteile über Kaiser [Karl] und Kg. Philipp [von Spanien], über Rigonius [= Ruy Gomes de Silva], der mächtiger ist als der Connétable [Anne de Montmorency in Frankreich], als [Nikolaus] Radziwi [der Schwarze] in Polen und die Jesuiten bei Kg. Ferdinand, über [Hz. Emanuel Philibert] von Savoyen, über Anton Granvella (erwähnt: Kgn. Maria [von Österreich]),
[3] über Kg. Philipps Lebensweise (erwähnt: [Hzn. Christine] von Lothringen, Francesco Sforza, [Kgn. Maria] von England)
[4] und über die hohe Verschuldung der Niederlande, über Kriegsgefahr und die Lage in England.
Fundort:
Dessau LA, Z 6, Nr. 835, p.5-9; C.Krause, Melanthoniana (1885), 157-160 Nr. 66 [H2306] (unvollständig).
‒ MBW.T 26.
Datierung:
Datum: Offenbar gleichzeitig mit den datierten Briefen L.s an Paul Eber und Caspar Peucer: Dessau LA, Z 6, Nr. 835, p.12-21; vgl. Krause l.c. 157f Anm.3.