[1] Wegen seiner großen Niedergeschlagenheit, die [der Überbringer] Sebald [Münsterer] bezeugen wird, berichtet M. erst jetzt über den [Speyrer] Reichstag.
[2] Die Proposition verlangte die Einhaltung des Wormser Edikts [⇨ 760.1]. Doch wurden mildere Artikel [⇨ 772.1] erarbeitet, die mittlerweile [als Abschied: RTA 7/2, 1296-1314 Nr. 148] gedruckt sind; unannehmbar war darin das Verbot weiterer Anschlüsse an die Reformation, die Wiederherstellung der bischöflichen Jurisdiktion und Liturgisches. Die Verurteilung des Zwinglianismus wurde mit Rücksicht auf Straßburg auf ein Konzil vertagt; auch befürchtete man ein [militärisches] Eingreifen der Eidgenossen in Deutschland. Doch war [Kursachsen] gegen einen günstigen Abschied zur Preisgabe der Zwinglianer bereit,
[3] wogegen die Städte, namentlich Straßburg, intervenierten. Deshalb wurden jene Artikel in ungünstiger Fassung verabschiedet. Der Vermittlungsversuch des Mgf. [Philipp] von Baden und des [Hz.] Heinrich von Braunschweig-[Wolfenbüttel] wurde von Kg. [Ferdinand] nicht angenommen. Doch schlossen die Fürsten gegenseitige Friedensverträge [⇨ 780.6].
[4] Danach erfuhr M., daß Straßburg ein Bündnis mit [Kursachsen] und Nürnberg anstrebt. M. bereut, aus rechtlichen Erwägungen nicht sofort die Verurteilung des Zwinglianismus betrieben zu haben, und diese Mitschuld an dessen möglicher Ausbreitung mit ihren politischen und religiösen Folgen belastet ihn.
[5] Er warnt [Lazarus] Spengler und andere Nürnberger vor diesem Bündnis. C. soll den Brief [783] vor der Weitergabe lesen und Spengler und [Caspar] Nützel ebenso beeinflussen. M. schreibt gegen den Zwinglianismus [⇨ 780.7].