[1] A., der am 3. März aus Rostock kommend in Wittenberg eintraf, übergab am 5. M. das Ausschreiben des Hz. Albrecht von Preußen [bei ⇨ 6753] und versicherte ihn des hzl. Wohlwollens [⇨ 6779.2]. M. dankte, beschwerte sich aber, daß der Angriff Osianders [⇨ 6399.4] zugelassen wurde. A. verteidigte den Hz. und verwies auf frühere Beschwerden. M. beharrte auf seiner Entschuldigung [vom 1.5.1551: 6072], niemanden gegen Osiander aufgehetzt zu haben, und versicherte, er habe das ganze Jahr nichts darüber geschrieben, weder an [Joachim] Mörlin noch an sonst jemanden. A. bat ihn, das Ausschreiben zu begutachten, was M. versprach.
[2] M. sagte, der alte Kf. [Johann Friedrich] von Sachsen entsende [Justus] Menius, [Johannes] Stoltz u.a. mit etwa 20 Pferden nach Preußen; sie würden in Wittenberg erwartet. A. erwiderte, der Hz. habe sie nicht bestellt, was M. verwunderte.
[3] M. sagte, der Streit des [Franciscus] Stancarus bewege ihn mehr als der osiandrische. Die [Theologen] in Wittenberg sollen ein Gutachten erstellen [⇨ 6737]; M. schreibt ein Buch darüber [6854]. Den Brief des Hz.s nahm M. begierig entgegen. [Alexander] Alesius schrieb, er wolle eher Osiander beipflichten als Stancarus [6708.2].
[4] [Später] ließ M. dem A. mitteilen, daß Mörlin [Königsberg] schon verlassen habe, und mißbilligte die Entlassung der anderen. M.s Urteil über das Ausschreiben hat A. nicht erfahren. Er hörte, es verdrieße M., daß Brenz mit Osiander übereinstimme.