M. an Joachim Camerarius [in Leipzig].
- Nürnberg, 29. Januar [1552]
[1] Bericht über die Stimmung in Nürnberg angesichts der [Fürstenverschwörung]. Eine Äußerung des Kaisers über die Aufrührer.
[2] M. wartet in Nürnberg auf weitere Anweisungen vom [kursächsischen] Hof oder von [Leonhard] Badehorn [in Trient], an die er geschrieben hat [6313]. Im Krieg das Konzil zu besuchen, ist sinnlos. Bis Augsburg gehen möchte M. nicht, weil dort Uneinigkeit in der Religion herrscht. In Nürnberg gibt es keinen Streit; die Diskussion um [Andreas Osiander, ⇨ 6251.4] ist verstummt.
[3] Unterwegs in Hof [bei ⇨ 6310] traf M. [Johannes Streitberger], dem er sein Gutachten [6294] über [Osianders] Schrift [⇨ 6232.3] überreichte. Anderntags [in Kulmbach] sprach M. mit [Christoph] Straß und [Hans] von Wallenfels; sie stellten die Unterstützung der Witwe [Bernhard] Zieglers durch [Mgf. Albrecht von Brandenburg-Kulmbach] in Aussicht. Später wandte sich M. deswegen brieflich an die Ansbacher [Räte].
[4] M. fragte [Erasmus] Ebner, welches Tripolis die Türken eingenommen hätten (Kaiser, Johanniterorden, französische und spanische Ritter), und stellte später auf einer italienischen Afrikakarte die Lage zwischen Tunis und Leptis fest. Erasmus [Ebner] schickt C. eine Karte des südlichen Sternenhimmels.
Fundort:
CR 7, 928-930 Nr. 5037; Cod. II, 347.
‒ MBW.T 22.
Datierung:
Jahr von Cam. richtig ergänzt. Überbringer Caspar Peucer (⇨ 6322.1).
Nachtrag:
Regest 4 zu berichtigen: ... und stellte später anhand einer italienischen Beschreibung Afrikas (nicht: auf einer italienischen Afrikakarte) die Lage zwischen Tunis und Leptis fest.