[1] Bleikard [Sindringer], der G.s Botschaft an B. erläutert hatte, kam [wieder] zu G. Dessen Wertschätzung B.s ist unverändert.
[2] Das [Interim] mit seinen verheerenden Folgen wird hier wie dort beklagt.
[3] Zur Frage nach den Überlegungen [in Kursachsen]: Die göttliche Lehre wird auf keinen Fall angetastet. Wie man dennoch das Elend lindern kann, müßte erörtert werden. Kurz nur dieses:
[4] Das Bekenntnis für die eigene Person wird kompromißloser sein als der Ratschlag für andere.
[5] Die Vorhaltung der [Politiker], man dürfe nicht ohne unabdingbare Gründe das Land in Gefahr bringen,
[6] unterschätzt zwar die Gefahr, doch kämpfen die [Theologen] nicht um Bräuche, die ohnehin überwiegend noch in Übung waren und schon zuvor angeglichen werden sollten, sondern um Notwendiges.
[7] Die Sorge um weitere Einbrüche ist berechtigt; doch wichtiger ist, daß Zustände wie in Schwaben [⇨ 5420.1] verhindert werden.
[8] Die Ordnung des Mgf. Albrecht [von Brandenburg-Kulmbach, ⇨ 5413.2] und der Ratschlag [5413] könnten Vorbild für [das ernestinische Sachsen] sein, damit die Pfarrer nicht vertrieben werden und die jungen Hzz. [Johann Friedrich d.M., Johann Wilhelm, Johann Friedrich d.J. von Sachsen] nicht noch mehr gefährdet werden.
[9] Weitergehende Forderungen der Gegner können entschiedener abgewehrt werden, wenn man jetzt nicht um Nebensächliches streitet.
[10] Die Ordnung der Bräuche ist gut gegen die Zügellosigkeit.
[11] Lehrverderbnisse und gottlose Bräuche werden niemals angenommen. Doch eine gewisse Knechtschaft zu ertragen ist besser als die Gemeinden zu verlassen.