[1] Der Briefverkehr wird durch Gefahren behindert. Doch erwartet H. bald eine Wende zum Besseren.
[2] Ein englischer Gesandter [NN] war bei H. und versprach viel Gutes. [Johannes] Laski, der an H. schrieb, und andere Gelehrte befinden sich in England, wo auch M. Zuflucht finden kann. England ist evangelisch. Es gibt nur geringe Differenzen über das Abendmahl und Streit über die Güter der Bischöfe.
[3] Der Gesandte verhandelt auch mit [Kg. Christian III.] von Dänemark. [Kg. Heinrich II.] von Frankreich behält sich die Religionsprozesse vor. Der Aufstand von Bordeaux [⇨ 5403.4] ist beigelegt. Der Kg. soll den [deutschen Protestanten] geneigt sein. [Johannes] Sturm schreibt Gutes. H. muß zwar schweigen, verbreitet aber Zuversicht.
[4] Laski wurde nach Polen eingeladen. Er bleibt jedoch und geht im Frühjahr nach [Ost]friesland.
[5] [Maximilian] von Büren und [Ludwig] van Schore sind tot. Heute wird Bürgermeister Dietrich Vasmer beigesetzt. Weitere Todesfälle in den letzten 1 Jahren.
[6] Die tapferen Grafen [Albrecht von Mansfeld und Christoph von Oldenburg] erwecken bei H. Hoffnungen, die M. weitersagen soll.
[7] Gestern kam ein Brief von Bucer über [Straßburg], Kaiser, Frankreich, England, Dänemark, Polen u.a.
[8] H. erbittet Nachrichten über [Sachsen], da Gerüchte von Nachgiebigkeit gegenüber dem Interim umlaufen. In [Bremen] ist man einmütig zum Widerstand entschlossen.
[9] H. erwartet M.s Meinung zum Hamburger Streit über Christi Höllenfahrt [⇨ 5298] und zu einer kritischen Anfrage an die rein forensische Rechtfertigungslehre.
[10] Unter [Eb. Adolf] von Köln blieb nur [Friedrich] von Hüls beim [evangelischen] Bekenntnis. Ostfriesische Gesandte verhandeln am Kaiserhof vergeblich über das Interim.