[1] M. hat vorausgesehen, daß die Fürsten die [Religions]streitigkeiten in der Weise schlichten, daß sie das Volk mit kleinen Zugeständnissen beruhigen, wichtigere Dinge [bes. die Rechtfertigungslehre] aber vieldeutig formulieren und die [dogmatischen] Grundlagen der Abgötterei beibehalten.
[2] M. liebt die Mäßigung und wurde deswegen oft von jenem Reformator [Johannes Agricola] angegriffen, wird aber Irrlehren und Gewalttätigkeit nicht billigen. [Johannes] Brenz, [Hieronymus] Nopp, [Wolfgang] Musculus und andere sind im Exil.
[3] Die vielen Kenner der Rechtfertigungslehre Luthers sollte man fragen, ob das [Interim] ihr entspricht.
[4] In [Wittenberg] ist die evangelische Lehre unverändert. M. wird nötigenfalls gehen, aber keinen Aufruhr erregen. Wie [Kf. Joachim II.] von Brandenburg weiß, hat sich M. unter Gefahr um die Erklärung der Lehre bemüht und mäßigend gewirkt. An der evangelischen Lehre hält M. fest.
[5] M. schickt Schriften [⇨ 5245] und versichert B. seiner Freundschaft.