M. an Veit Örtel [in Magdeburg].
- [Zerbst], 26. April 1547
[1] Vieles schmerzt M.: daß der rechtschaffene [Kf. Johann Friedrich von Sachsen] in einer guten Sache unterlag, daß die Lehre der Kirche verändert wird, daß die bestens eingerichteten Studien an der Universität [Wittenberg] zerstört und die [Professoren] zerstreut werden, ihre Habe verlieren und von den Feinden verspottet werden, daß M. mit seiner Familie ins Exil muß. Doch er betet.
[2] Gestern kam Augustin [Schurff]; er berichtet, Kf. [Johann Friedrich von Sachsen] sei unversehrt auf einem Kahn nach [Wittenberg] gefahren. M. würde lieber in [Zerbst] sein Geschick erwarten, denn er mag nicht umherziehen und hat keinen Lebensmut. Doch wegen der Gefährlichkeit der Spanier und Italiener, die dem Pfarrer Augustin [Himmel] in Altenburg zwei Töchter entführten, schickt M. seine Familie nach [Magdeburg]; er selbst folgt in zwei Tagen. Inzwischen soll Ö. M.s Tochter [Magdalena] väterlich beschützen.
Fundort:
CR 6, 512f Nr. 3856.
‒ MBW.T 16.