M. an Caspar Cruciger [in Wittenberg].
- [Zerbst], 9. März [1547]
[1] M. dankt dem dreieinigen Gott, daß er so viele Jahre das Wüten des Teufels gegen die evangelischen Gemeinden abgewehrt hat und jetzt dem Kf. Johann Friedrich von Sachsen einen Sieg [⇨ 4624] zuteil werden ließ.
[2] Neulich schrieb jemand an M., im Heer des [Hz. Moritz von Sachsen] habe [Gf. Johann Baptist] von Lodron gesagt, er wolle Luthers Leiche schänden, [Bugenhagen], C. und M. töten.
[3] Dem Kf. soll auf beide Briefe [4614; 4624] geantwortet werden [4646]; M., der durch die Krankheit seiner Frau und der kleinen [Katharina Sabinus in Zerbst] festgehalten wurde, will entweder morgen [den Text] schicken oder selbst kommen. Er hofft, daß [C.s] begabter Sohn Caspar gesund wird. Gruß an den Kollegen [Georg Rörer] u.a.; Dank für häufiges Schreiben.
Fundort:
CR 6, 428 Nr. 3773.
‒ MBW.T 16.
Datierung:
Jahr: Eindeutig Schmalkaldischer Krieg. Als Adressat ist auch Georg Maior überliefert, der sich damals in Magdeburg befand. In 4638 geht es aber um die Antwort der Wittenberger Professoren auf die Briefe ihres Kf., worüber M. sich mit dem Rektor der Universität C. verständigt (so schon Christmann S.26), und in 2 wird der Adressat wie Bugenhagen und M. zu den gefährdeten Wittenbergern gerechnet. Diese Nachricht war nicht neu (⇨ 4549.2); erwähnenswert war die neuerliche Meldung unter Einschluß Bugenhagens und C.s. Mit ‚Cappadox‛ muß laut 4639.3 Hz. Moritz gemeint sein; es handelt sich um einen sehr vertraulichen und bösen Decknamen in Anlehnung an Cicero, Oratio post reditum in senatu habita 6, 14: Cappadocem ... de grege venalium.