M. an Justus Jonas [in Dessau].
- [Zerbst], 18. Dezember 1546
[1] Da Gott seiner ewigen Kirche Herbergen in den Staaten gibt, hofft M. trotz der schrecklichen Bedrohungen von allen Seiten auf die Erhaltung der evangelischen Gemeinden [in Sachsen].
[2] J. hätte heute vor seiner Abreise noch einmal zu M. kommen sollen, denn der Brief aus Straßburg [⇨ 4502.4] wurde gebracht; auch wurde gemeldet, daß [Kf.] Friedrich II. von der Pfalz zu Kaiser Karl in die Nähe Würzburgs [nach Rothenburg ob der Tauber] gekommen ist. M. vermutet, daß [Lgf. Philipp von Hessen] durch ihn über einen Frieden verhandeln läßt.
[3] Der von [Dessau] zu M. entsandte Bote bringt Briefe, die J. dem Kanzler [Johannes Ribisch] übergeben und auch mitteilen soll, ob Ulrich [Sitzinger] dort war [⇨ 4498.6].
Fundort:
CR 6, 325f Nr. 3669.
‒ MBW.T 15.
Datierung:
Als Adressat werden außer J. auch Joachim Camerarius und ein anonymer Freund überliefert. Es ist durchaus möglich, ja wahrscheinlich, daß J. nach seiner Vertreibung aus Halle (⇨ 4471.4; ⇨ 4480) M. in Zerbst besuchte und dann nach Dessau weiterreiste. Camerarius kommt wegen 4498 nicht in Betracht.